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Spielzeugdesign und emotionale Intelligenz

Emotionen, Gefühle und emotionale Intelligenz

Eltern und Pädagogen sind sich einig, dass es für Kinder wichtig ist zu lernen, ihre Emotionen zu kontrollieren und zu steuern. Manche Forscher vertreten sogar die Auffassung, dass emotionale Intelligenz genauso wichtig ist wie andere kognitive Fähigkeiten. Für das Entwerfen innovativer Spielwaren sind in diesem Zusammenhang drei Grundbegriffe wichtig: Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und soziales Bewusstsein.

Spielerisch die eigenen Gefühle und Emotionen kennenlernen

Zur Entwicklung von emotionaler Intelligenz ist eine gute Selbstwahrnehmung unverzichtbar, denn nur so ist der Mensch in der Lage, seine eigenen Stimmungslagen und Emotionen zu erkennen, zu verstehen und abzuschätzen, welche Auswirkungen sie auf andere haben.

Daher ist es für das Erkennen und Verbessern der Selbstwahrnehmung auch enorm wichtig, die richtigen Wörter zu kennen, um seine Gefühle auch richtig ausdrücken zu können. Wenn man sich den Markt anschaut, fällt auf, dass die meisten Spiele, die etwas mit dem Thema „emotionale Intelligenz“ zu tun haben, Wörter und Konzepte vermitteln wollen, die auf grundlegenden Empfindungen wie Traurigkeit, Freude, Wut oder Angst basieren. Ältere Kinder müssen ihren Wortschatz zur Beschreibung von Gefühlen aber unbedingt erweitern. Dabei darf man die Lernfähigkeit von Kindern nicht unterschätzen, die sich über das Spielen sehr gut ein breites Spektrum an Begriffen zum Ausdrücken von Emotionen aneignen können.

Vergessen Sie auch nicht, dass die meisten Spielsachen ohnehin darauf ausgelegt sind, den Umgang mit Gefühlen zu lernen, seien es nun Brettspiele, Stofftiere, Puppen, Actionfiguren, Bausätze, Verkleidungen, Bastelsets usw. Der Markt hält auch schon ein entsprechendes Angebot vor: Emo Park von Cayro, Emociones von Cefa Toys, Seek & Find: Emotions von Placote oder die Build & Learn Emotions Megablocks.

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Impulskontrolle und Steuerung von Emotionen spielerisch erlernen

Auch die Selbstregulation, also die Fähigkeit, die eigenen Emotionen in die richtigen Bahnen zu lenken, ist eine wichtige Eigenschaft. Fachleute sind sich einig, dass man Kindern vermitteln muss, dass es keine guten oder schlechten Emotionen an sich gibt, sondern lediglich gute oder schlechte Reaktionen darauf. So gilt beispielsweise Begeisterung als eine positive Emotion. Sie kann aber auch negative Folgen haben, nämlich dann, wenn sich andere dadurch verletzt fühlen, selbst wenn dies unbeabsichtigt geschieht.

Selbstregulation bedeutet, dass man in der Lage ist, die eigenen Gedanken und Emotionen so zu steuern, dass sie zu der richtigen Reaktion gegenüber der eigenen Person und anderen führen. Was bedeutet das für die Spielwarenindustrie, wenn sie Spiele zur Förderung der Selbstregulation produzieren will? Einerseits gibt es Spielsachen, die Konzepte und Methoden zur Steigerung der Achtsamkeit vermitteln (z.B. verschiedene Entspannungstechniken, Meditation, Yoga, Atemübungen usw.). Und es gibt auch interessante Bastelangebote wie z.B. die Calm Down Kits, die eine tolle Inspirationsquelle darstellen können.

Ein weiterer Weg kann sein, Aktivitäten, die Kindern ihren eigenen inneren Dialog bewusst machen, sie an das Konzept des kognitiven Umstrukturierens heranführen oder ihnen beibringen, positive Selbstgespräche zu führen, in das Spiel zu integrieren.

Yoga Puzzle Pairs von Ludilo

With the trend Body and Mind, during 2017 the Spielwarenmesse® promoted this general idea, with great examples of products shown in the TrendGallery area. Some specific products are Yoga Puzzle Pairs by Ludilo, My Sandbox by Alex toys, Yogi by Mideer, or the Beaded Raindrops by Hape.

Soziale Kompetenz durch Spiel fördern

Emotionale Intelligenz ist eng mit sozio-emotionalem Lernen verbunden, denn auch hier spielt die Kontrolle und Steuerung sozialer Kompetenzen eine große Rolle, zu denen z.B. Empathie, Bereitschaft zum Teilen, Zusammenarbeit, das Respektieren persönlicher Freiräume, Zuhören, Umgangsformen, freundliches Auftreten, die Kenntnis sozialer Regeln und vieles mehr gehören.

Bei der Entwicklung von Spielwaren, die der Förderung sozialer Kompetenzen dienen, gibt es eine Vielzahl von Aspekten, die man miteinfließen lassen kann. So waren die Spielwaren, die im Rahmen des ebenfalls 2018 von der Spielwarenmesse® ausgerufenen Trends „Team Spirit“ vorgestellt wurden, darauf ausgelegt, die Zusammenarbeit beim Spiel fördern.

Um gute Sozialkontakte aufbauen zu können, müssen Kinder auch Empathie entwickeln. Studien zeigen, dass Kinder bereits von klein auf die Fähigkeit besitzen, Empathie zu empfinden. Damit aus ihnen aber auch empathiefähige Erwachsene werden, muss an dieser Fähigkeit in der gesamten Kindheit und darüber hinaus gearbeitet werden. Fachleute weisen darauf hin, dass dies am besten durch Vorbilder vermittelt werden kann – Kinder sollten also im optimalen Fall am guten Beispiel lernen. Hier sind Spielsachen eine gute Unterstützung, durch die Kinder in verschiedene Rollen schlüpfen und erkennen können, wie unterschiedlich sich Situationen erleben lassen.

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Gestiegene Nachfrage nach Spielen zur Förderung der emotionalen Intelligenz

Eltern und Pädagogen setzen viel daran, Kindern emotionale Intelligenz zu vermitteln. Schließlich ist diese Fähigkeit wichtig für das Wohlbefinden der Kinder. Und deswegen liegt hier ein großes Potenzial für die Spielzeugindustrie, da man über Spiele die Kompetenzen von Kindern fördern kann, die diese benötigen, um psychisch gesund zu bleiben.

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