Big Business mit der Gruselnacht

Eingangsbereich der famila Filliale Kaltenkirchen mit Halloween Dekoration

Der Chef, Andreas Findeisen, hat im famila-Team allerhand erlebt. Seit 30 Jahren ist er im Unternehmen, seit 2019 als Warenhausleiter am Standort Kaltenkirchen. Doch werden ihm in diesen Tagen in seinem eigenen famila Handelsmarkt wichtige Entscheidungen und Geschehnisse vorenthalten. Im Juni noch war der 46-jährige bei einem Festakt in Frankfurt zum zweitbesten Hausleiter Deutschlands im jährlichen Wettbewerb, veranstaltet von der „Lebensmittel Zeitung“, dem führenden Fachmedium der Konsumgüter-Branche, geehrt worden. Eine große Ehre. Besonders das hervorragende Teambuilding im Supermarkt hat bei der Preisverleihung Eindruck gemacht.

Andreas Findeisen, Warenhausleiter Famila Kaltenkirchen
Andreas Findeisen, Warenhausleiter Famila Kaltenkirchen Foto © Joshua Hoffmann

Aber jetzt geht es ums Gruseln, das zweite große Halloween-Spektakel in Kaltenkirchen steht an: „famila Kaltenkirchen lädt ein zum ‚Grusel-Shopping‘ am Freitag, 28. und Samstag, 29. Oktober“, wird überall geworben. Doch Andreas Findeisen weiß immer noch nicht, was ihn (und die Kunden) im Einzelnen erwartet. Ein großartiger Verwandlungs-Event steht bevor, das gesamte 4000 Quadratmeter große Warenhaus wird vor der Halloweennacht (immer vom 31. Oktober auf den 1. November) umgestaltet. Die Heimlichtuerei ist gut gemeint und sie hat Tradition, schon im letzten Jahr wurde der Chef mit den Einzelheiten des Spektakels von seinen Mitarbeitern überrascht. 120 Kollegen hatten, unter der Federführung von Jan Drewes, sämtliche Abteilungen, Lebensmittel, Kleidung, Spielwaren, Fleischtheke, regionale Nordliebe Produkte, exklusive Spirituosen und Süßigkeiten mit einem eigenen Gruseldekor versehen: Eklige lebensechte (Kunststoff-)Spinnen, Totenköpfe, leuchtende Kürbisse, künstliche Spinnennetze über Bierkastenbatterien, nachgebildete Gräber und vieles mehr. Zusätzlich wurde überall das Licht auf 20 Prozent heruntergedimmt und vor allem alle Mitarbeiter aufs grauenvollste verkleidet und der Chef selbst („die Hausleitung“) ohne Vorwarnung in ein Skelett verwandelt. Von 8 bis 21 Uhr zog das Kaltenkirchener famila-Team die Show durch. Und weil 2022 praktisch das ganze Einkaufszentrums-Areal mitmachen wird, unter anderem der Drogeriemarkt, die Bäckerei, ein Angelladen, der ALDI-Markt, der Getränkemarkt … wird das gesamte Spektakel noch gewaltiger ausfallen.

Bereits zum Auftakt 2021 gab es 15 Prozent Umsatzplus, statt etwa 3500 kamen 15.000 Kunden

Tagelang hat das famila-Team die Halloween Überraschungen vorbereitet, ohne dass eine externe Agentur hinzugezogen worden wäre. „Wir sagen dem Chef, wo wir Platz für unsere Deko brauchen und dort werden dann keine Waren ausgelegt“, erläutert Jan Drewes die Vorgehensweise. Und er fügt an: „Im letzten Jahr zum Auftakt hatten wir wenig Zeit. Jetzt, wo wir das ganze Jahr wussten, dass wir das Event noch toppen wollen, haben wir uns beispielsweise in Amerika erkundigt, welche Materialien und Ideen es noch gibt.“ Lichteffekte, Gruselsounds, Horrorfiguren, Hexen, alles muss geplant, besorgt, platziert werden, ohne viel Tamtam.

Ein Riesenaufwand. An den Halloweentagen werden die Waren nur nachts, nachdem das Publikum gegangen ist, aufgefüllt, um das Vergnügen nicht zu stören. Das Ganze hat sich schon im ersten Jahr bezahlt gemacht: „15 Prozent Umsatzplus im Vergleich zu früheren Halloweentagen. Und wenn sonst am Freitag oder Samstag 3500 Kunden kommen, waren es jetzt 10 bis 15.000 Besucher“, zieht Drewes Bilanz. Was nun geschehen wird, lässt sich noch nicht absehen. Denn Kaltenkirchen, 20 Autominuten nördlich von Hamburg gelegen, hat ein riesiges Einzugsgebiet. Der Markt ist auch durch seine sozialen Aktivitäten und durch Verbundenheit mit Vereinen und der Stadtgesellschaft bestens eingeführt. Es kommen Menschen aus der Hansestadt, aus Stadt und Kreis Pinneberg, aus ganz Ostholstein, sogar aus Kiel in das bekannte Einkaufszentrum der 24.000-Einwohner Stadt im Kreis Segeberg.

Das famila-Team posiert mit Halloween Kostümen vor ihrer Filiale

Die Halloween-Aktion hat das famila-Team noch mehr zusammengeschweißt

Die Halloween-Aktion 2021 hat nicht nur für gute Werbung gesorgt, sondern auch das Team von 120 Mitarbeitern eng zusammengeschweißt: „Wenn man gemeinsam über Wochen auf ein Ziel hinarbeitet, teilweise Nachtschichten einlegt, dann solch einen Erfolg feiert und überall Anerkennung erfährt, stärkt das die Gemeinschaft. Man hat automatisch mehr Lust, sich für den anderen mit einzubringen“, diese Erfahrung hätten alle Mitarbeiter gemacht, die am Halloween Spektakel mitgewirkt haben, so hat es Andreas Findeisen erlebt. Inzwischen ist der Funke übergesprungen, das ganze Areal fiebert den zwei Halloweentagen entgegen. Es darf gegruselt werden, im hohen Norden.

Schon unseren Newsletter abonniert?

Expertenwissen, die neuesten Trends und aktuelle Entwicklungen der Branche. Bleiben Sie mit dem monatlichen Besuchernewsletter der Spielwarenmessetop informiert