Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Spielzeug in Italien

Gestiegenes Umweltbewusstsein

Laut der 6. landesweiten Studie zu nachhaltigem Lebensstil, die LifeGate in Kooperation mit dem Mailänder Marktforschungsunternehmen Eumetra MR im April 2020 veröffentlicht hatte, nimmt das Interesse der Italiener am Thema Nachhaltigkeit zu: 72% der Befragten gaben an, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit ihrer Meinung nach fest in der Gesellschaft verankert ist und somit Auswirkungen auf das Verhalten im Alltag hat. Das stärkste Bewusstsein für Umweltthemen finden wir bei der Generation Z (geboren zwischen 1996 und 2010) und bei berufstätigen Frauen zwischen 35 und 54 Jahren mit hohem Bildungsstand. Auf die Frage, ob sie bereit wären, mehr für nachhaltige Produkte auszugeben, antworteten 26% der Befragten mit ja. Besonders groß war diese Bereitschaft bei Spielzeug, das unter Verwendung nachhaltiger Materialien produziert wird (35%).

Die Mehrheit der Verbraucher ist allerdings nach wie vor nicht bereit, einen Aufpreis zu zahlen.

Ebenso wie ihre internationalen Pendants haben auch einige führende italienische Spielwarenhersteller Produktlinien eingeführt, die aus recycelten (bzw. recyclingfähigen) oder biologisch abbaubaren und umweltfreundlichen Materialien (Bio-Kunststoffen) hergestellt werden. Eigentlich hätte dieses Angebot auf wachsende Nachfrage stoßen müssen, aber in der Praxis ist die Akzeptanz bislang eher enttäuschend. Händler, die nachhaltige Spielsachen im Sortiment haben, berichten, dass diese mehr schlecht als recht laufen, was eine alte Regel bestätigt: die meisten Verbraucher sind nicht bereit, mehr für nachhaltig produziertes Spielzeug auszugeben, wenn der Spielwert des Produkts sich nicht von dem eines konventionellen Spielzeugs unterscheidet. Dies gilt sowohl für Produkte aus Bio- oder Recycling-Materialien als auch für solche aus zertifiziert nachhaltigem Holz.

Langlebigkeit

Es ist unbestreitbar, dass die Nachfrage nach nachhaltigem Spielzeug steigt, wobei das Tempo des Anstiegs, zumindest in Italien, noch zu wünschen übriglässt. Das gestiegene Bewusstsein, dass in Sachen Umweltschutz dringend etwas getan werden muss, gepaart mit Skaleneffekten und dem technischen Fortschritt, der zu einer Reduzierung der Kosten für nachhaltige Materialien führen dürfte, wird sicherlich zu einem Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Spielsachen führen. Denn viele Verbraucher wären bereit, ein ökologisches Produkt zu kaufen, wenn der Preisunterschied geringer wäre.

Nicht vergessen sollte man auch einen anderen Aspekt des Nachhaltigkeitsgedankens: die Lebensdauer eines Spielzeugs. Die Spielwarenbranche muss ihr Angebot an Produkten erweitern, die mit dem Kind mitwachsen, denn wenn Spielsachen länger im Gebrauch sind, sind Eltern auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen und würden auch den Aufpreis für nachhaltige Materialien schlucken.

Last but not least müssen die Hersteller auch verstärkt auf die Verpackung achten, weil die Verbraucher immer mehr die Gefahren erkennen, die von nicht recycelbaren Materialien für die Umwelt ausgehen. Natürlich müssen Verpackungen den Verbraucher nach wie vor ansprechen – aber das darf nicht zu einem weiteren Anwachsen der Müllberge führen.

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