Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit in Spanien

Neue Elterngeneration mit mehr Umweltbewusstsein in Spanien 

In einer Studie, die das Technologie-Zentrum für Kinder- und Freizeitprodukte (AIJU) im Auftrag des spanischen Verbands der Spielzeugproduzenten (AEFJ) durchgeführt hat, gaben 80% der 3.000 befragten Familien an, täglich Recycling zu betreiben, und 76% der Befragten erklärten, dass sie Produkten ein zweites Leben schenken. Befragt man Eltern zum Thema nachhaltige Spielwaren, sind die Zahlen zwar vielversprechend, trotzdem bleibt noch einiges zu tun. 

Die meisten Eltern haben keine klare Vorstellung davon, was Nachhaltigkeit in Bezug auf Spielwaren eigentlich bedeutet. Viele gehen davon aus, dass nachhaltiges Spielzeug aus Holz oder Stoff besteht, keine Batterien braucht und sich an alternativen pädagogischen Konzepten orientiert, wie z.B. Montessori oder Waldorf. Auch gelten Produkte als nachhaltig, die widerstandsfähig und langlebig sind, von einer Generation an die nächste weitergegeben werden können, zeitlos erscheinen und eine Vielzahl an Spielmöglichkeiten eröffnen. Natürlich zeichnen all diese Eigenschaften nachhaltiges Spielzeug aus, es gibt jedoch noch unbekanntere Fazetten., So kennen 65% der Befragten z.B. Spielwaren aus biobasierten Kunststoffen noch nicht. 

Spanische Familien bewerten Nachhaltigkeit aktuell nicht allzu häufig als ein relevantes Entscheidungskriterium beim Spielzeugkauf. Es ist allerdings zu beobachten, dass die Zahl der Eltern, die auf der Suche nach Spielwaren aus nachhaltigen oder recycelten Materialien sind oder deren Verpackung sich problemlos recyceln lässt, stetig wächst. 

Die Umfrage zeigt, dass Eltern mit Einzelkindern unter drei Jahren und Frauen unter 30, die zum ersten Mal Mutter geworden sind, Nachhaltigkeit bei Spielzeug höher bewerten als andere Eltern. Diese Zielgruppe ist auch bereit, für nachhaltige Produkte einen höheren Preis zu zahlen (bis zu 10-15% mehr als der Durchschnitt). 

In Bezug auf die Wahrnehmung von nachhaltigem Spielzeug, ist eine beträchtliche Anzahl der Familien (63%) der Ansicht, dass das Angebot an nachhaltigem Spielzeug gering oder sehr gering ist.  91% assoziieren sogar keine einzige Marke mit Nachhaltigkeit.

Spanische Hersteller springen auf den Nachhaltigkeitszug auf

Die Mehrzahl der spanischen Spielzeugproduzenten bekennt sich zum Umweltschutz. Die AIJU-Studie zeigt, dass fast die Hälfte von ihnen (48%) sich als umweltbewusst bezeichnet und 24% sogar angeben, sehr umweltbewusst zu sein. Umsetzen wollen sie diesen Trend hauptsächlich durch den Einsatz nachhaltigerer Materialien und Herstellungsprozesse. Sie passen auch ihre Verpackungspolitik an, indem sie den Materialverbrauch minimieren, Recycling-Pappe und schadstofffreie Farbstoffe verwenden und Verpackungen so gestalten, dass sie problemlos wiederverwendet werden können. Das hat im spanischen Markt eine hohe Relevanz, denn viele Eltern machen sich mehr Gedanken wegen der Verpackung als wegen des Spielzeugs selbst. Grundsätzlich geben Eltern an, dass Verpackungen ihrer Ansicht nach oft zu groß sind, sich schwer recyceln lassen und nur eine sehr kurze Lebensdauer haben.

Spanische Händler machen sich den Umwelttrend zunutze

In Spanien florieren Online-Kanäle, die sich auf nachhaltige Spielwaren spezialisiert haben. Dazu passt, dass umweltbewusste Eltern bevorzugt online einkaufen. Auch im klassischen Spielwareneinzelhandel bewegt sich etwas. Einige Distributoren haben Kampagnen gestartet, mit denen nachhaltiges Spielzeug unterschiedlicher Hersteller unter dem gemeinsamen Dach der Nachhaltigkeit beworben wird. So hat El Corte Inglés in siebzig Geschäften Spielzeugabteilungen eingerichtet, in denen mehr als 400 nachhaltige Produkte, welche u.a. aus wiedergewonnenem Kunststoff aus dem Meer, Biokunststoff, recyceltem Karton und recycelter Zellulose, Spielzeug aus FSC-zertifiziertem Holz hergestellt wurden oder aus fairem Handel stammen, zu finden sind. Die Hälfte der spanischen Distributoren ist darüber hinaus der Auffassung, dass nachhaltiges Spielzeug in den kommenden fünf Jahren im Markt eine hohe Relevanz haben wird und bereiten sich entsprechend vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eltern, Hersteller und Handel in Spanien sich alle mehr in Richtung Umweltschutz bewegen. Dies wird sicherlich Auswirkungen auf die Industrie und die Entwicklung des Marktes in den kommenden Jahren haben.

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