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75. Spielwarenmesse 2026: Ich war dabei

Fachbesucher aus aller Welt feierten die 75. Jubiläumsmesse mit!

In Teil 1 unserer Besucherportraits erzählen Fachbesucherinnen und Fachbesucher, was sie nach Nürnberg zieht und wie sie die 75. Jubiläumsmesse mitgefeiert haben. Erlebe persönliche Geschichten, vielfältige Beweggründe und spannende Einblicke in die internationale Spielwarenbranche!

Von Peter Budig
 

Marco Rafailovic und Martin Koßatz

Collectibles-Team von eBay Germany, Deutschland

Kidults – das sind DIE Zielgruppe für Martin (re.) und Marco von eBay Deutschland. Foto: © Peter Budig

Was macht eBay, der globale Online‑Marktplatz, auf der Spielwarenmesse? eBay betreibt selbst keine Warenlager. Auf der Plattform werden Käufe und Verkäufe zwischen Käufer und Verkäufer vermittelt. Aus Deutschland sind Marco Rafailovic (li.) und Martin Koßatz vom Collectibles‑Team vor Ort – ihr Fokus sind Sammlerstücke wie LEGO, Playmobil, Trading Cards und Spielzeuge und Modellbau. „Nicht nur Einzelpersonen, auch professionelle Händler nutzen eBay als Marktplatz, wo man sich sucht und findet und Collectibles handelt“, sagt Martin Koßatz. „Nachhaltigkeit und Traditionen – wir nennen es pre‑loved: Dinge, die geliebt wurden und weiterhin Freude machen“, ergänzt Marco Rafailovic, der privat historische Videospiele sammelt. Martin Koßatz (Leidenschaft für LEGO und Sammelkarten) fasst zusammen, warum eBay für Händler unverzichtbar ist: „Wir bieten den Ort, klare Richtlinien und Services und unterstützen bei der Abwicklung – eBay ist nicht der einzige Platz für Sammler, aber ein extrem wichtiger. Und die Spielwarenmesse mit dem Schwerpunkt Kidults bringt genau die Menschen zusammen, die wir suchen.“
 

Lukas Boch

Historiker von Boardgame Historians, Deutschland  

Lukas Boch im Bereich der Spieleautoren beim Brettspielcafé. Foto: Budig

Lukas Boch, gerade eben fertig mit der Doktorarbeit über „Das Mittelalter im Brettspiel“, kommt regelmäßig zur Spielwarenmesse. Als Brettspiel-Nerd innerhalb einer ohnehin sehr gut vernetzten Szene ist dieser Neuheitentreff Muss und Genuss gleichermaßen. 
Lukas Boch M. ist einer der Gründungsmitglieder des Projekts Boardgame Historian. Außerdem ist er Vorstandsmitglied des Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele und mitverantwortlich für das Projekt Mittelalter Digital. Nachdem die Promotion nun erfolgreich verteidigt ist, tritt er eine feste Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster an. Die Inhalte seiner Doktorarbeit beschreibt er so: „In Büchern erscheint das Mittelalter düster und gefährlich, oft recht gewalttätig. Spiele bilden eher heitere Seiten der Epoche ab, das hab ich gründlich untersucht und gewichtet.“ Zu der rein wissenschaftlichen Arbeit gehört noch ein Projekt, das man sich nich entgehen lassen sollte: Im wunderbaren Lübecker „Europäischen Hansemuseum“ kuratiert er die Ausstellung Let’s play Mittelalter. Er empfiehlt: „Lassen Sie sich beides - Museum und Ausstellung vom 9.10.2026 bis 31.10.2027  nicht entgehen! Wir veranstalten außerdem immer wieder Spieleevents in Museen, um durch die Spielfreude Menschen zur Wissenschaft zu führen.“
 

Nazli Kalsin

Marketing und Communications Managerin von tirtilkids.com, Türkei

Nazli Kalsin im Foyer der Spielwarenmesse und auf der Suche nach „Brands“. Foto: © Peter Budig

Anna Kalsin kommt aus Istanbul zur Spielwarenmesse. Doch sie nahm die Verbindung über Paris und sah sich zum Vergnügen zwei Tage in der französischen Hauptstadt um. Das war ein guter Auftakt für die pulsierende internationale Spielwarenmesse, wo sie sich nach Waren für Kinder, Spielzeug, Kleidung, Elektronischen Spielwaren umsieht: „Ich schau mich nach neuen Brands um“, verrät sie. Das ist ihre Aufgabe als Marketing Managerin des Online Portals tirtilkids.com, für das sie tätig ist. Sie ist bereits zum dritten Mal in Nürnberg und bleibt fünf Tage.
 

Kathi Kappler und Johann Rüttinger

Verleger Drei Hasen in der Abendsonne, Uehlfeld/ Deutschland

Geschäftsführer und Lebenspartner: Kathi Kappler und Johann Rüttinger auf der Spielwarenmesse 2026. Foto: © Peter Budig

Drei Magier Spiele, Drei Hasen in der Abendsonne und zahllose bei anderen Verlagen angebotene Brettspiele: Das Lebenswerk des gelernten Grafikers Johann Rüttinger reicht über Jahrzehnte zurück. 1995 war er erstmals Aussteller der Spielwarenmesse, bis 2024 immer wieder. Seit das Paar in den 1990er Jahren in einer historischen Mühle in Uehlfeld, Westmittelfranken lebt, betreiben sie den fantasievollen Verlag Drei Hasen in der Abendsonne. Eine Tätigkeit, die es erlaubt, alle Phasen der Spieleherstellung zu betreiben, die aber sehr aufwändig ist. Aus diesem Grund, und weil Johann 2026 80 Jahre alt wird, sind beide heuer als Fachbesucher auf der Spielwarenmesse. Sie besuchen alte und neue Brettspiel-Verlagskontakte mit einem erklärten Ziel: „Wir wollen den Verlag, die Markenrechte und das Sortiment verkaufen. Als einzelne Spieleerfinder werden wir weitermachen und wollen mit anderen zusammenarbeiten. Aber den Verlag wollen wir weitergeben, in passende Hände“, schildert Johann sein wohlüberlegtes Vorhaben.
 

Julia Meier und Doris Herzog

Ballonkunst Lahr, Deutschland

Doris Herzog hat mit aufblasbaren Ballons aller Art und Größe ihre Liebe gefunden. Ihre Mitarbeiterin Julia Meier teilt die Leidenschaft. Gemeinsam betreiben sie die Ballonwelt Herzog in Lahr. „Ballons sind so vielseitig. Als Party-Deko, Geburtstagsgeschenk (am liebsten mit Geld drin), als Motto von Veranstaltungen. Sie können nach Wunsch bedruckt und gestaltet werden, und sie bereiten einfach Freude“, so lautet ihr Credo. Sie besuchen alte Lieferanten und halten nach neuen Ideen Ausschau. Doris Herzog besucht die Spielwarenmesse seit 2007.
 


Inka und Markus Brand

Erfinder von Exit – das Spiel im KOSMOS Verlag, Deutschland

Der Kosmos-Verlag feiert Inka und Markus Brand mit einem Exit-Shop das 10. Jubiläum der Erfolgsreihe. Foto: © Peter Budig

Sie sind unbestritten Stars der Brettspielszene. Mit „Exit – das Spiel“ hat das Ehepaar Inka und Markus Brand neue Dimensionen erreicht: Ihr zehnjähriges Exit-Jubiläum feiert das Team, zu dem inzwischen die 23-jährige Tochter gehört, auf der Spielwarenmesse. Beim Exit Games-Konzept geht es darum, dass ein Spieler-Team gemeinsam möglichst schnell aus einer Situation oder einem Raum entkommt und dafür verschiedene Aufgaben oder Rätsel lösen muss. In der Brettspiel-Version der Brands, die immer noch leidenschaftlich gerne Exit-Räume besuchen und sich an den Aufgaben messen, wird zur Lösung das gesamte Spielmaterial einschließlich Verpackung als Spielwiese genutzt und meist beim Lösen der Aufgaben zerstört. Konzept, Spannungsgehalt und Aufmachung der Kosmos-Exitspiele der Brands treffen den Geschmack der Zeit und nahezu aller Spieler-Altersgruppen. In zehn Jahren wurden weltweit in 35 Ländern 30 Millionen (!) Spiele verkauft. Für die Brands ist das Segen und Fluch zugleich: „Um etwa vier Spiele pro Jahr zu produzieren (plus den Adventskalender) denkt man fast nichts anderes mehr. Jeder Weg, jede Begegnung im Alltag wird auf Exit-Rätsel-Tauglichkeit geprüft. Das ist faszinierend aber auch manchmal anstrengend“, so Inka Brand. Exit-Spiele gibt es für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis, was aber laut Markus Brand keinen Unterschied bei der Erfinder-Aufgabe macht: „Wir verändern einfach die Art und Menge der Hinweise, die zur Lösung führen. Jede Geschichte taugt für alle Schwierigkeitsgrade.“
 

Bleib in Kontakt

Nach der Spielwarenmesse ist vor der Spielwarenmesse. Mit nur einem Click stehst du mit der Spielwaren-Community weltweit in Verbindung – auch wenn du schon längst wieder zuhause bist. Dort findest du auch alle Video-Mitschnitte der Spielwarenmesse 2026. 

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