Amazon behält Einnahmen aus Verkäufen künftig länger ein
Wer auf Amazon verkauft, muss sich mit oft mit einer Reihe an Änderungen abfinden. Die jüngste Maßnahme trifft dabei auf deutlichen Unmut. So informierte das Unternehmen seine deutschen Händler:innen vor wenigen Tagen über eine neue Basisrichtlinie für Rücklagen. Laut dieser werden Auszahlungen künftig erst sieben Tage nach Lieferdatum, statt wie zuvor nach Versanddatum, getätigt. Die so einbehaltenen Rücklagen sollen sicherstellen, dass Händler:innen finanziellen Verpflichtungen, beispielsweise aus Rücksendungen, direkt nachkommen können.
Das bedeutet die Basisrichtlinie „Rücklagen nach Lieferdatum“
Wie aus einer Unternehmensmail hervorgeht, gilt die sogenannte Richtlinie „Rücklagen nach Lieferdatum“ bereits seit 2016 als internationaler Standard. Konten, die entweder gar keinen Rücklagenvorbehalt hatten oder deren Rücklagen bisher auf Basis der Versandbestätigung festgesetzt wurden, werden nun lediglich an diese angeglichen. Unklar ist noch, welche Konten wann genau umgestellt werden. Eine Umstellung zum 6. September sei im Gespräch.
Gemäß der Änderung stehen Auszahlungsbeträge nunmehr erst sieben Tage nach Lieferdatum zur Verfügung. Wer die durch Amazon integrierten Versanddienstleister nutzt, bei dem wird dafür das direkt durch diese mitgeteilte Lieferdatum als Grundlage genutzt. In Fällen, wo der Versand durch ein anderes Versandunternehmen gehandhabt wird und es keine Sendungsverfolgung gibt, gilt das späteste voraussichtliche Zustelldatum als Basis.
Im Einzelfall kann es somit dazu kommen, dass Auszahlungen erst knapp zwei Wochen nach Verkauf abgebucht werden können. So beschreibt Amazon selbst an einem Beispiel: „Wenn Sie beispielsweise einen Artikel am 1. Januar versenden und das Lieferdatum der 4. Januar ist, steht das Guthaben ab dem 12. Januar zur Auszahlung zur Verfügung.“