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Der Karneval als Wirtschaftsfaktor

Die Karnevalssession ist in diesem Jahr aufgrund der frühen Lage Ostern kürzer als im letzten Jahr. Die komprimierte Dauer bündelt den närrischen Konsum auf wenige Wochen und zeigt sich vor allem an den Höhepunkten zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch. Welche wirtschaftlichen Impulse daraus entstehen und welche Rolle Hotellerie und Gastronomie dabei spielen, zeigt einen genaueren Blick auf die Session.

Die gegenwärtige Karnevalssession erstreckt sich vom 11. November 2025 bis zum Aschermittwoch am 18. Februar 2026. Mit einer Dauer von 100 Tagen fällt sie spürbar kürzer aus als die vorangegangene Session mit 115 Tagen. Diese verkürzte Zeitspanne wirkt sich unmittelbar auf das wirtschaftliche Geschehen aus – vor allem in Bereichen, in denen der Karneval wirtschaftlich eine besonders große Rolle spielt, beispielsweise in der Gastronomie. Trotz der kürzeren Session zeigt sich der Karneval als zentraler Wirtschaftsfaktor, mit Umsätzen im Milliardenbereich. Ob in der Gastronomie, im Einzelhandel oder dem Transport, den Hotels und in sonstigen Bereichen  – der Karneval lässt die Kassen klingeln.

Umsätze auf Deutschlandebene

Auf Deutschlandebene kann unter Berücksichtigung des Verbraucherpreisindex (Statistisches Bundesamt, 2025) und der Extrapolation von Umsatzzahlen aus Studien der Boston-Consulting-Group (BCG) und der Rheinischen Hochschule (2019; 2025) der Gesamtumsatz der Karnevalssession 2025/26 auf mindestens 1,96 Milliarden Euro geschätzt werden. Mit knapp 898 Millionen Euro entfällt der größte Teil dieses Umsatzes auf den Bereich Gastronomie, gefolgt von Einzelhandel (400 Millionen Euro), Transport (286 Millionen Euro), Hotelübernachtungen (210 Millionen Euro) und Sonstiges (162 Millionen Euro), wie etwa Tickets, Medien oder Wagenbau. Im Vorjahr lag der geschätzte Gesamtumsatz aufgrund der langen Sitzung noch bei mindestens 2,1 Milliarden Euro (Scheufen/Mertens, 2025).

Allein in Köln fiel laut der aktualisierten Studie der Rheinischen Hochschule und BCG (2025) rund 850 Millionen Euro an, sodass Köln mit einem Anteil von über 40 Prozent an den Gesamtumsätzen eine zentrale Bedeutung für den Karneval als Wirtschaftsfaktor zukommt.

Fazit

In der Karnevalssession 2025/26 wird gegenüber dem Rekordumsatzjahr 2025 (Scheufen/Mertens, 2025) zwar von geringeren Umsätzen, aber immer noch von fast zwei Milliarden Euro für Gastronomie, Einzelhandel, Transport, Hotelübernachtungen und Sonstiges ausgegangen. Die hohe Nachfrage bei knappem Angebot kann sich dabei auch in einem Preisanstieg niederschlagen. So müssen die Jacken besonders bei Hotelübernachtungen in Köln besonders tief in die Tasche greifen.

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