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ECC Club Studie: Dissonanz im Konsumverhalten gegenüber Asia-Plattformen

Wenn Konsumenten heute online shoppen, haben sie eine große Auswahl unterschiedlicher Anbieter. Aktuell stark im Fokus sind die sogenannten Asia-Plattformen wie AliExpress, Shein und Temu als aufstrebende Anbieter am Markt für preiswerte Produkte, die zukünftig gegebenenfalls Amazon Marktanteile streitig machen könnten. Gemeinhin werden die Produkte von Asia-Plattformen häufig mit einer schlechteren Produktqualität oder sogar gesundheitsschädlichen Komponenten assoziiert – aber dennoch wird dort gekauft. Grund genug, dieses Paradoxon näher zu betrachten.

Schlechtes Gefühl wird verdrängt 

Amazon ist für viele der Befragten aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Mindestens monatlich bestellen dort 40 Prozent der Teilnehmenden, viele sogar wöchentlich. Dabei ist es egal, aus welcher Kategorie die Produkte kommen – Amazon genießt ganzheitlich das Vertrauen der Panelisten. Anders sieht es bei Temu, Shein, AliExpress und auch Wish aus: Sie werden zwar mit noch niedrigeren Preisen als Amazon in Zusammenhang gebracht, allerdings auch mit schlechter Qualität und einer niedrigen Produktsicherheit. Darüber hinaus gibt teils weit über die Hälfte der Teilnehmenden an, dass Temu (70 %), Shein (64 %), AliExpress (55 %) und Wish (54 %) bei ihnen ein schlechtes Gefühl auslösen. Trotzdem wird auch dort gekauft: Bei Shein beispielsweise rund ein Viertel der Befragten (27 %) mindestens einmal pro Quartal.

Sicherheitsbedenken eher relevant

So verwundert es nicht, dass insbesondere bei diesen Plattformen die Sicherheitsbedenken hinsichtlich körpernaher Produkte hoch sind: Bei angebotenen rezeptfreien Medikamenten sowie Lebensmitteln auf Wish, AliExpress, Temu und Shein sind die Bedenken besonders ausgeprägt. Zwar kann sich ein kleiner Anteil der befragten Konsumenten vorstellen, auch diese Produktkategorien auf den entsprechenden Plattformen zu kaufen (z.B. 14 % Baby- und Kinderspielzeug bei Temu), jedoch sind die Anteile geringer als bei Produktkategorien, die man weithin als körperfern(er) einstufen würde (z.B. Elektronik, Heim & Wohnen).

Stationärer Handel als Bürgschaft für Sicherheit 

Interessant wird es, wenn der stationäre Handel Produkte von (Asia-)Plattformen aufnimmt, insbesondere, wenn es sich dabei um Produktkategorien mit erhöhten Sicherheitsbedenken handelt. Denn wenn sich diese Produkte in deutschen Super- oder Drogeriemärkten finden lassen (würden), sinken die Sicherheitsbedenken teilweise ordentlich. Ein gutes Beispiel dafür ist die Eigenmarke Sheglam von Shein, die sich seit einiger Zeit auch in stationären Drogerien finden lässt. 

Welche Auswirkungen dies auf das Image von Sheglam und das der Drogerie hat, gibt es, neben vielen weiteren spannenden Erkenntnissen, in der kürzlich veröffentlichten ECC CLUB Studie „Zwischen Vertrauen und Vorbehalten: Wie nah lassen Konsument:innen Temu, Shein und Co. an sich heran? zu lesen.

www.ifhkoeln.de