Galeria ist heute schlanker als früher. Die Zentrale ist halbiert, Mieten wurden neu verhandelt, Prozesse vereinfacht. Einsparungen von über 100 Millionen Euro pro Jahr sind real. Doch die Grundfrage bleibt unbeantwortet: Reicht das, um dauerhaft gegen Onlinehandel, Konsumflaute und verändertes Einkaufsverhalten zu bestehen?
Das Weihnachtsgeschäft zeigt, wie dünn der Puffer ist. Ein schlechter Monat genügt, um alte Sorgen zurückzubringen. Drei Insolvenzen haben das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern erschüttert. Jede neue Schwächephase wiegt schwerer als bei anderen Händlern.
2026 wird zur Wegmarke
Noch ist nichts entschieden. Galeria ist nicht zahlungsunfähig, die Filialen sind geöffnet, die Eigentümer stehen zum Unternehmen. Aber der Spielraum ist kleiner, als es die Erfolgsmeldungen des Sommers vermuten ließen.
Wenn sich das Warenhausmodell noch einmal beweisen soll, dann jetzt. Nicht mit Durchhalteparolen, sondern mit stabilen Umsätzen, verlässlicher Warenverfügbarkeit und ausreichender Liquidität. Andernfalls droht Galeria erneut in den Krisenmodus zu rutschen – und diesmal könnte es enger werden als je zuvor.