Menu

GameStop-Aktionäre ebnen Weg für eBay-Übernahmeversuch

Die Aktionäre von GameStop haben am 7. Juli auf der Hauptversammlung 2026 den Weg für einen neuen Anlauf beim Übernahmepoker um eBay frei gemacht. 
Wie das Unternehmen mitteilte, stimmten die Anteilseigner sämtlichen vorgelegten Vorschlägen zu, darunter eine Satzungsänderung, die die Zahl der zulässigen Aktien der Klasse A auf 2,5 Milliarden anhebt. Die Änderung erhielt eine Zustimmung von 68,7 Prozent der abgegebenen Stimmen und verschafft GameStop nach eigenen Angaben die Kapazität, im Rahmen strategischer Transaktionen zusätzliche Aktien auszugeben, einschließlich der angestrebten Übernahme von eBay. Für den Einzelhändler ist die Entscheidung ein wichtiger formaler Baustein auf dem Weg zu einem möglichen neuen Angebot für den Deal, der seit Monaten für Diskussionen an der Wall Street sorgt.

Der lange Weg zum eBay-Angebot

GameStop hatte eBay im Mai erstmals ein unaufgefordertes Übernahmeangebot über rund 56 Milliarden US-Dollar unterbreitet. Der Vorstand von eBay lehnte den Vorstoß noch im selben Monat ab, woraufhin GameStop seine Beteiligung an dem Online-Marktplatz weiter aufstockte. Konkret hält GameStop nach eigenen Angaben inzwischen direkt 4.343.725 eBay-Aktien und ist zusätzlich über eine Reihe von Put-Call-Kombinationen mit Fälligkeit im Februar 2028 wirtschaftlich an weiteren 39.046.658 Aktien beteiligt. Die kartellrechtliche Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino-Gesetz wurde nach Unternehmensangaben am 3. Juni 2026 erfüllt, seitdem können beide Vertragsparteien wählen, ob die Optionsgeschäfte in bar oder durch tatsächliche Aktienlieferung abgerechnet werden.

Sammlerstücke-Geschäft steigert Erlöse

Bereits das ursprüngliche Angebot vom Mai bewertete eBay-Aktien mit 125 US-Dollar je Anteilsschein, zahlbar in einer Mischung aus Bargeld und GameStop-Aktien. Analysten hatten schon damals bezweifelt, dass Rechnung und Logik des Vorstoßes aufgehen, wie MarketWatch einordnet. eBay ist als etabliertes E-Commerce-Unternehmen mit stabilen Erträgen deutlich größer aufgestellt als der Videospielhändler, dessen Kerngeschäft seit Jahren unter dem Rückgang des stationären Handels leidet.

Wie GameStop im Juni 2026 mitteilte, hatte das Sammlerstücke-Geschäft die Erlöse im ersten Quartal um 14 Prozent gesteigert, zudem billigte der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden US-Dollar. Operativ bleibt der Konzern im Vergleich zu eBay dennoch der deutlich kleinere Partner.

Weitere Beschlüsse der Hauptversammlung 

Neben der Kapitalerhöhung bestätigten die Aktionäre laut der Mitteilung von GameStop alle fünf zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern und billigten die beratende Abstimmung über die Vergütung der Geschäftsführung. Auch die Bestellung der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde bestätigt. Die endgültigen Abstimmungsergebnisse will das Unternehmen in einem Formular 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen. Die breite Zustimmung zu allen Tagesordnungspunkten signalisiert den Rückhalt, den das GameStop-Management bei den eigenen Aktionären hat, auch wenn die eBay-Pläne von Analysten seit der ersten Offerte im Mai kritisch begleitet werden.

Cohen rückt von CEO-Bonus ab

Verstärkt wurde diese Fokussierung im Juni 2026, als GameStop mitteilte, dass Vorstandschef Ryan Cohen eine potenziell umfangreiche leistungsabhängige CEO-Vergütung aus dem Abstimmungskatalog der Hauptversammlung zurückgezogen habe. Cohen erklärte laut MarketWatch, die Führungsebene solle sich vollständig auf die operative Entwicklung von GameStop und die geplante eBay-Übernahme konzentrieren.

Quelle: finanzen.net

Zum Artikel