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GameStop droht mit feindlicher Übernahme von eBay

Die Übernahmeschlacht zwischen GameStop und eBay eskaliert weiter. Nach der Ablehnung des Milliardenangebots bringt Ryan Cohen nun offen eine feindliche Übernahme ins Spiel. GameStop-CEO Ryan Cohen erhöht den Druck auf das Online-Auktionshaus eBay und droht nach einer offiziellen Abfuhr nun mit einer feindlichen Übernahme, wie Investing unter Berufung auf einen Bericht der Financial Times betont.

Cohen reagierte damit entschlossen auf ein Schreiben des eBay-Verwaltungsrats, in dem das bisherige Kaufangebot über rund 56 Milliarden US-Dollar als weder glaubwürdig noch attraktiv zurückgewiesen wurde. Der GameStop-Chef kritisierte das Management von eBay scharf dafür, den Aktionären nicht die Möglichkeit zu geben, den substanziellen Wert der Offerte selbst zu bewerten.

GameStop-Chef droht mit feindlicher Übernahme

Das Angebot von GameStop sieht einen Kaufpreis von 125 US Dollar pro Aktie vor, was einer Prämie von etwa 46 Prozent gegenüber dem Kursniveau von Anfang Februar entspricht, als Cohen begann, eine Beteiligung aufzubauen. Die Struktur des Deals ist als Kombination aus Bargeld und Aktien geplant, wobei GameStop bereits eine wirtschaftliche Beteiligung von fünf Prozent an eBay hält. Ryan Cohen betonte gegenüber der Financial Times, dass er im Falle eines fortgesetzten Widerstands das Angebot direkt an die Anteilseigner herantragen werde. Er verfolgt die Vision, durch die Fusion einen dominanten Marktplatz für Sammlerstücke und Enthusiasten zu schaffen und gleichzeitig durch massive Kosteneinsparungen die Rentabilität zu steige

Zweifel an Finanzierung und operative Risiken

Der eBay-Verwaltungsrat hatte seine Ablehnung vor allem mit erheblichen Zweifeln an der Seriosität des Vorhabens begründet. In einem offiziellen Antwortbrief wurden die unsichere Finanzierung sowie die operationellen Risiken eines Zusammenschlusses angeführt. GameStop, das zum Zeitpunkt des Angebots eine deutlich geringere Marktkapitalisierung als das Zielunternehmen aufwies, plant die Finanzierung eigenen Angaben zufolge unter anderem durch liquide Mittel in Höhe von rund neun Milliarden US-Dollar sowie eine potenzielle Kreditlinie der TD Bank über bis zu 20 Milliarden US-Dollar. Kritiker und Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass trotz dieser Zusagen eine Finanzierungslücke besteht und die hohe Verschuldung die Stabilität des neuen Gesamtkonzerns gefährden könnte; verbindliche Syndizierungs- oder Kreditvereinbarungen müssten erst abgeschlossen werden, bevor die Finanzierung als gesichert gelten kann.

Anleger reagieren unaufgeregt

An den Aktienmärkten sorgt die Eskalation des Übernahmekampfes am 14. Mai für überschaubare Kursbewegungen. Die GameStop-Aktie zeigt sich im vorbörslichen Handel an der NYSE 0,52 Prozent höher bei 22,20 US-Dollar, für die eBay-Aktie geht es daneben an der NASDAQ zeitweise 0,44 Prozent auf 113,51 US-Dollar nach oben. Während einige Anleger auf eine Erhöhung des Gebots spekulieren, bleiben viele institutionelle Investoren aufgrund der Governance-Bedenken und der unkonventionellen Herangehensweise Cohens vorsichtig.

Chance oder Risiko für Investoren

Angesichts der verhärteten Fronten stehen Investoren vor einer komplexen Situation, die je nach Depot-Ausrichtung unterschiedliche Strategien erfordert. Für Aktionäre von eBay bietet die aktuelle Offerte von 125 US Dollar zwar eine attraktive Prämie, doch die massiven Zweifel an der Finanzierungskraft des deutlich kleineren Bieters mahnen zur Vorsicht; ein Scheitern des Deals könnte den Kurs schnell wieder auf das Niveau vor der Offerte drücken. Auf der anderen Seite müssen Anteilseigner von GameStop das Risiko einer massiven Verwässerung ihrer Anteile sowie eine drastisch steigende Schuldenlast einkalkulieren, sollte Ryan Cohen den Übernahmekampf tatsächlich durch ein feindliches Gebot forcieren. Analysten raten daher dazu, vorerst keine übereilten Zukäufe zu tätigen und die weitere Kommunikation des eBay-Verwaltungsrats sowie mögliche Details zur finalen Kreditfinanzierung abzuwarten, da die hohe Volatilität beider Titel in den kommenden Wochen anhalten dürfte.

Quelle: Finanzen.net

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