Internationale Spielzeugforschung: The Zeitgeist in Toys & Games
Vom 5. bis zum 7. August fand die International Toy Research Association World Conference statt. Der Titel der diesjährigen Konferenz lautete: The Zeitgeist in Toys & Games. Die Weltkonferenz der International Toy Research Association (ITRA) fand erstmals in Deutschland statt. Gastgeber für die 10. Ausgabe war die Universität Augsburg. Über 130 Spielzeugforscher und Spielzeugdesigner aus mehr als 30 Ländern folgten der Einladung.
Die Konferenz ging der Frage nach, wie Spielzeug und Spiele gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln und zugleich mitgestalten. Fachleute aus Forschung, Museen, Archiven, Pädagogik, Design und Spielzeugpraxis diskutierten historische, gegenwärtige und zukünftige Perspektiven auf analoge, digitale und hybride Spielformen.
Die Gemeinschaft aus Spielzeugforschern, Archivaren, Kuratoren, Fachleuten, Praktikern und Designern versucht nicht nur, den sich ständig wandelnden Zeitgeist zu entschlüsseln und zu verstehen, sondern auch, ihn mitzugestalten. Durch das Spielen mit Spielzeug und Spielen gewinnen die Spielerinnen und Spieler Verständnis für die Welten, in denen sie leben, und können sich diese zu eigen machen. Sie können wesentliche Fähigkeiten erlernen und einüben, und sie können mit den großen Herausforderungen ihrer Zeit vertraut gemacht und konfrontiert werden – all dies im kreativen, inspirierenden und offenen Raum des Spielens. Mit Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Spielzeug stellt sich nicht so sehr die Frage, was der Zeitgeist bei Spielzeug und Spielen sein kann – sondern vielmehr, wie und in welcher Weise sie zu den vielfältigen und potenziell widersprüchlichen Konstellationen von Ideen, Werten und Normen beitragen, die bestimmte Epochen prägen.
Die 10. ITRA-Weltkonferenz bot Gelegenheit zum Austausch, zur Reflexion und zur Diskussion über den Zeitgeist bei Spielzeug und Spielen. Die 1993 gegründete International Toy Research Association (ITRA) ist der älteste Fachverband, der sich speziell der transdisziplinären wissenschaftlichen Erforschung von Spielzeug, Spielen und anderen Arten von Spielgegenständen widmet. Durch ihren spezifischen Fokus auf das Spielzeug selbst und die zentrale Einbeziehung von Spielzeug in die Analyse hebt sich die ITRA von anderen Fachverbänden ab, die sich mit Spielforschung beschäftigen. Der Begriff „Spielzeug“ wird als allgemeiner Begriff verwendet und umfasst alle Spielobjekte, seien sie physisch, virtuell oder hybrid, sowie Spiele, Puzzles und Spielräume im Innen- und Außenbereich.
Über die ITRA
Die ITRA setzt sich weltweit für die Förderung und Stärkung der Spielzeugforschung ein, um das Fachwissen über Spielzeug zu erweitern und zu verbreiten sowie die Entwicklung von Spielzeug voranzutreiben. Darüber hinaus hat sich die ITRA zum Ziel gesetzt, lokale, nationale und internationale Organisationen mit ähnlichen Zielen zu unterstützen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, Fachtagungen zu organisieren und Publikationen herauszugeben, die mit dem Zweck des Vereins im Einklang stehen. Als gemeinnütziger Verein führt die ITRA ihre Aktivitäten ausschließlich zu wissenschaftlichen und pädagogischen Zwecken durch, um als Dreh- und Angelpunkt der Spielzeug- und Spielforschung zu fungieren und Pädagogen, Wissenschaftler, Designer und andere Fachleute weltweit miteinander zu vernetzen.
Die International Toy Research Association umfasst derzeit Mitglieder aus 38 Ländern. Die ITRA wird von einem Vorstand geleitet, der alle drei Jahre im Rahmen der ITRA-Weltkonferenz gewählt wird.