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Markt für Papier, Büro und Schreibwaren weiter rückläufig

Nach zwei von Preissteigerungen geprägten Jahren befindet sich der deutsche Markt für Papier, Büro und Schreibwaren (PBS) erneut in einer Phase struktureller Schwäche. Zwar konnte das coronabedingte Umsatzminus zeitweise ausgeglichen werden, seit 2024 zeigt sich jedoch wieder ein rückläufiger Marktverlauf. Prognosen der IFH‑Marktexperten zufolge sinkt das Marktvolumen im Jahr 2025 auf rund 12,8 Milliarden Euro. Für 2026 wird ebenfalls eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung erwartet; auch in den Folgejahren ist von stagnierenden bis leicht sinkenden Umsätzen auszugehen. Das zeigen die Ergebnisse des neuen Branchenbericht PBS-Artikel des IFH Köln und der BBE Handelsberatung.

„Der PBS‑Markt steht weniger vor einem konjunkturellen als vor einem strukturellen Problem. Zunehmend digitalisierte Arbeitsprozesse, Homeoffice‑Regelungen und ein wachsender Nachhaltigkeitsgedanke reduzieren den Bedarf an klassischen Büro‑ und Papierprodukten dauerhaft. Gleichzeitig nimmt die Preissensibilität zu: Online‑Preisvergleiche, längere Lieferzeiten für günstigere Angebote und der Wechsel zu preisaggressiven Anbietern werden zunehmend akzeptiert", so Dr. Moritz Brandauer, Senior Consultant BBE Handelsberatung.

Büropapiere: Preisgetriebenes Umsatzwachstum bei sinkenden Mengen

Haupttreiber der positiven Umsatzentwicklung in den Jahren 2022 und 2023 war die Warengruppe der Büropapiere. Dieses Wachstum basierte jedoch weder auf einer erhöhten Nachfrage noch auf Nachholeffekten nach den Pandemiejahren, sondern war ausschließlich preisgetrieben. Preisbereinigt beziehungsweise in Mengen zeigt sich ein klarer Negativtrend: Seit 2019 ist die abgesetzte Menge an Büropapier um fast 30 Prozent gesunken. Auch im Jahr 2025 setzt sich diese Entwicklung fort. Während der nominale Umsatz mit rund sechs Milliarden Euro weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre 2020 und 2021 liegt, fällt der preisbereinigte Umsatz im gleichen Zeitraum auf rund 4,3 Milliarden Euro zurück.

Fachhandel unter Druck – alternative Vertriebsformate gewinnen

Ein Blick auf die Entwicklung der Vertriebswege zwischen 2016 und 2025 zeigt, dass der stationäre Fachhandel weiter an Bedeutung verliert. Besonders in den Innenstädten belasten sinkende Frequenzen und zunehmende Angebotslücken die Marktposition. Das zunehmend fehlende stationäre Angebot begünstigt zugleich das Wachstum des Onlinehandels, der seinen Umsatz seit 2016 verdoppeln konnte. Auch SB‑Warenhäuser, der Lebensmitteleinzelhandel sowie Discounter haben seit der Pandemie Marktanteile hinzugewonnen.

„Die Stärke von SB‑Warenhäusern und Discountern liegt in der Kombination aus schneller Verfügbarkeit und preislicher Attraktivität. PBS‑Artikel werden beim Lebensmitteleinkauf häufig nebenbei mitgenommen und sind insbesondere in Aktionsphasen oft günstiger als im Fachhandel – ein klarer Vorteil aus Konsumentensicht in Zeiten gedämpfter Konsumstimmung. Zusätzlich verschärft sich der Wettbewerb durch asiatische Online‑Marktplätze wie Temu oder Shein sowie durch Amazon Haul, das seit Mitte 2025 in Deutschland verfügbar ist und preisgünstige Sortimente mit dem bekannten Amazon‑Service kombiniert“, ordnet Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH Köln, die Ergebnisse ein.

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