Nach Jahren des Wachstums: Onlinehandel im Sinkflug
Stößt der Onlinehandel an seine Wachstumsgrenzen?
Nach Marktführer Amazon streicht der deutsche Online-Händler Zalando etliche Stellen. Das Unternehmen sei zu stark gewachsen, so die Gründer. Der Schritt ist nicht zuletzt auch Ausdruck der Krise der erfolgsverwöhnten E-Commerce-Branche. Aber nicht nur bei Zalando wackeln die Wände: Kurz nach dieser Hiobsbotschaft meldet der Modehändler Peek & Cloppenburg eine Schutzschirminsolvenz an und verweist auf zu hohe Investitionen in seinen Onlineshop. Und so geht es weiter: Der Versender Otto, der sich gern für seine soziale Ader rühmt, schließt seine Berliner Spielwarenkette MyToys – mitsamt eigenständigem Onlineshop, 19 Filialen und 800 Mitarbeitern. Der insolvente Online-Händler Keller-Sports stellt fast zeitgleich seinen Webshop ab und die Mitarbeiter von Galeria, ebenfalls in der Planinsolvenz, warten bis heute auf eine Schließungsliste der Filialen, von einem Online-Konzept ganz zu schweigen.
Die wachstumsverwöhnte Online-Handelsbranche erlebt erstmals in ihrer Geschichte eine echte Flaute. 2022 sank der Umsatz branchenweit in Deutschland um 8,8 Prozent auf 90,4 Milliarden Euro. Der Absturz nach dem Boom in der Pandemie hat die Branche kalt erwischt. Zunächst waren nur übervolle Lager das Problem. Die Schließung von MyToys zeigt, wie tief die Probleme gehen. Offenbar kam selbst ein Verkauf zum „Quasi-Nulltarif“ wie bei der Übergabe von Ottos Sporthändler Scheck an die Galeria-Mutter Signa nicht mehr infrage.
Die Branche denkt um. Amazon stoppt den Ausbau eines zweiten Hauptquartiers nahe Washington – weltweit müssen 18.000 Menschen gehen. Immerhin, so scheint es, hält der Internetgigant am neuen Berliner Büroturm fest. Der geplant höchste der Stadt soll planmäßig 2024 bezogen werden. Amazon ist in einer relativ komfortablen Lage: Das Unternehmen kann Verluste im Handel verkraften, weil es in seinem zweiten Geschäftsfeld, dem Verkauf von Rechenkapazität an Unternehmen, gut verdient. So kann Amazon beispielsweise die Preise für den Versand niedrig halten – und setzt die übrigen Händler damit stark unter Druck.
Der Zalando-Komplex am Spreeufer wuchs in den letzten Jahren unaufhaltsam. CEO Gentz, so schreibt die Welt am Sonntag, diagnostizierte dort am 7. März bei der Bilanzvorlage überflüssige Führungsebenen und Doppelarbeit. Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen, erst dann soll sicher sein, wie viele Mitarbeiter gehen müssen. „Der E-Commerce hat die Kunden nicht so gehalten, wie wir alle dachten“, gestand Gentz ein, das zitiert die WamS.
Fazit: Alle Player in der Branche leiden. Im Vorteil sind diejenigen mit großem Kapitalpuffer. Noch schwerer haben es Traditionshändler, die ihre Filialen mit einem Online-Shop verbinden müssen. Nur wenigen gelingt das gut. Peek & Cloppenburg etwa ließ für viel Geld den Online-Shop neu aufstellen – für ein Wachstum, das dann nicht eintrat.
Nach Jahren des Wachstums: Onlinehandel im Sinkflug
Stößt der Onlinehandel an seine Wachstumsgrenzen?
Nach Marktführer Amazon streicht der deutsche Online-Händler Zalando etliche Stellen. Das Unternehmen sei zu stark gewachsen, so die Gründer. Der Schritt ist nicht zuletzt auch Ausdruck der Krise der erfolgsverwöhnten E-Commerce-Branche. Aber nicht nur bei Zalando wackeln die Wände: Kurz nach dieser Hiobsbotschaft meldet der Modehändler Peek & Cloppenburg eine Schutzschirminsolvenz an und verweist auf zu hohe Investitionen in seinen Onlineshop. Und so geht es weiter: Der Versender Otto, der sich gern für seine soziale Ader rühmt, schließt seine Berliner Spielwarenkette MyToys – mitsamt eigenständigem Onlineshop, 19 Filialen und 800 Mitarbeitern. Der insolvente Online-Händler Keller-Sports stellt fast zeitgleich seinen Webshop ab und die Mitarbeiter von Galeria, ebenfalls in der Planinsolvenz, warten bis heute auf eine Schließungsliste der Filialen, von einem Online-Konzept ganz zu schweigen.
Die wachstumsverwöhnte Online-Handelsbranche erlebt erstmals in ihrer Geschichte eine echte Flaute. 2022 sank der Umsatz branchenweit in Deutschland um 8,8 Prozent auf 90,4 Milliarden Euro. Der Absturz nach dem Boom in der Pandemie hat die Branche kalt erwischt. Zunächst waren nur übervolle Lager das Problem. Die Schließung von MyToys zeigt, wie tief die Probleme gehen. Offenbar kam selbst ein Verkauf zum „Quasi-Nulltarif“ wie bei der Übergabe von Ottos Sporthändler Scheck an die Galeria-Mutter Signa nicht mehr infrage.
Die Branche denkt um. Amazon stoppt den Ausbau eines zweiten Hauptquartiers nahe Washington – weltweit müssen 18.000 Menschen gehen. Immerhin, so scheint es, hält der Internetgigant am neuen Berliner Büroturm fest. Der geplant höchste der Stadt soll planmäßig 2024 bezogen werden. Amazon ist in einer relativ komfortablen Lage: Das Unternehmen kann Verluste im Handel verkraften, weil es in seinem zweiten Geschäftsfeld, dem Verkauf von Rechenkapazität an Unternehmen, gut verdient. So kann Amazon beispielsweise die Preise für den Versand niedrig halten – und setzt die übrigen Händler damit stark unter Druck.
Der Zalando-Komplex am Spreeufer wuchs in den letzten Jahren unaufhaltsam. CEO Gentz, so schreibt die Welt am Sonntag, diagnostizierte dort am 7. März bei der Bilanzvorlage überflüssige Führungsebenen und Doppelarbeit. Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen, erst dann soll sicher sein, wie viele Mitarbeiter gehen müssen. „Der E-Commerce hat die Kunden nicht so gehalten, wie wir alle dachten“, gestand Gentz ein, das zitiert die WamS.
Fazit: Alle Player in der Branche leiden. Im Vorteil sind diejenigen mit großem Kapitalpuffer. Noch schwerer haben es Traditionshändler, die ihre Filialen mit einem Online-Shop verbinden müssen. Nur wenigen gelingt das gut. Peek & Cloppenburg etwa ließ für viel Geld den Online-Shop neu aufstellen – für ein Wachstum, das dann nicht eintrat.