Ein kritischer Blick auf das Produktportfolio zeigt eine Verschiebung bei den tragenden Marken. Die jahrelang boomende Serie The Monsters, bekannt für den Charakter Labubu, verzeichnete einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent auf 4,45 Milliarden RMB. Da diese Serie rund 26 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, wiegt die Schwäche in diesem Bereich schwer. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, die Abhängigkeit von einzelnen Top-Marken zu verringern. Die Linie Twinkle Twinkle entwickelte sich mit einem Umsatzsprung von 580,6 Prozent auf 2,65 Milliarden RMB zum neuen Hoffnungsträger.
Auch das Segment Plüschspielzeug wuchs kräftig um 60 Prozent und trägt nun mit 9,82 Milliarden RMB bereits über die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Dennoch zeigte sich die Bruttomarge mit 69,7 Prozent leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahreswert von 70,3 Prozent.
Milliarden-Rückkauf gegen den Kursverfall
CEO Wang Ning dämpfte die Erwartungen für das restliche Jahr deutlich. Er erklärte im Rahmen der Bilanzvorstellung, dass das ursprünglich ausgegebene Jahresziel eines Wachstums von 20 Prozent unter den aktuellen Bedingungen nur schwer erreichbar sein dürfte. Als Reaktion auf den Kursdruck und zur Signalisierung von Zuversicht kündigte Wang ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwei bis fünf Milliarden Yuan an, das innerhalb der nächsten sechs Monate umgesetzt werden soll.
Die Analysten von Citi reagierten bereits auf die veränderten Rahmenbedingungen und senkten ihr Kursziel für das Papier. Das Unternehmen betreibt derzeit weltweit 676 Filialen und über 2.800 sogenannte Robo‑Shops, sieht sich aber zunehmend mit einem intensiven Wettbewerb und regulatorischen Hürden in ausländischen Märkten konfrontiert.
An der Börse bleibt die Lage angespannt: Das Papier ging gestern bei 17,00 Euro aus dem Handel und liegt damit seit Jahresbeginn rund 18 Prozent im Minus, konnte sich aber immerhin 10 Prozent über dem 52-Wochen-Tief stabilisieren.