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Refurbished-Produkte gewinnen spürbar an Marktanteil

Der Markt für Refurbished-Produkte wächst nicht nur stark, sondern verschiebt zunehmend die Kräfteverhältnisse. Wiederaufbereitete Smartphones, Tablets, Wearables und Notebooks beispielsweise erzielten 2025 im Vergleich zum Vorjahr Wachstumsraten von jeweils über 30 Prozent in Umsatz und Absatz und entwickelten sich damit deutlich dynamischer als Neugeräte. Besonders umwelt- und preisbewusste Käufergruppen treiben diesen Trend an, doch auch Regularien wie die EU-Richtlinie Right to Repair beeinflussen den Markt.

Parallel zum Wachstum gewinnt das Refurbished-Segment auch innerhalb der einzelnen Kategorien an Bedeutung. So wuchs der Markt für refurbished Smartphones 2025 von rund sieben auf zehn Prozent im Vergleich zum Neugerätevolumen. Bei Tablets erhöhte sich der Anteil von acht auf elf Prozent, bei Laptops von fünf auf sechs Prozent und bei Wearables von zwei auf drei Prozent. 

Die Nachfrage konzentriert sich vor allem auf hochwertige Geräte wie Premium-Marken, Flaggschiff-Modelle und Geräte mit modernster Technik. Refurbished-Produkte sind im Schnitt rund 15 bis 25 Prozent günstiger als vergleichbare Neugeräte. Bei besonders gefragten Modellen kann der Preisvorteil auch darüber hinausgehen. Konsumenten erhalten so Zugang zu modernster Technik für kleine Preise. 

 

Mit 90 Prozent wird die große Mehrheit von Refurbished-Käufen auf Online-Kanälen abgewickelt. Viele Hersteller gehen mittlerweile dazu über, ihre eigenen Produkte wiederaufzubereiten und in ihren Onlineshops anzubieten. Der stationäre Handel spielt hier bislang kaum eine Rolle. Gleichzeitig zeigt sich in einzelnen Segmenten eine zunehmende Dynamik im stationären Handel: Im Notebook-Bereich hat sich der stationäre Absatz von 2024 auf 2025 mehr als verdoppelt. Der Anteil am Gesamtabsatz stieg im gleichen Zeitraum von 4,5 auf 8 Prozent. 

Zeitgeist und Right to Repair

„Refurbished-Produkte bedienen den Zeitgeist. Geräte werden länger benutzt, das schont die Umwelt“, erklärt Julia Kalkowski, Expertin für technische Konsumgüter bei NIQ. „Gleichzeitig sparen Konsumenten Geld beim Kauf, profitieren aber trotzdem von modernster Technik.“ 

Auch regulatorische Entwicklungen unterstützen das Wachstum. Die EU-Richtlinie Right to Repair geht Ende Juli 2026 auch in deutsches Recht über und sorgt dafür, dass für Tablets, Smartphones und andere elektronische Produkte auch nach der Gewährleistungsfrist ein Recht auf Reparatur gilt. Zusätzlich müssen Hersteller sicherstellen, dass Ersatzteile fünf bis zehn Jahre lang verfügbar sind und Verbraucher Zugang zu Informationen rund um die Reparierbarkeit ihrer Produkte erhalten. Auch Refurbisher profitieren von dem verbesserten Informationsangebot und der Ersatzteillage. 

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