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Rolly Toys schließt Werk in Oberfranken

Rolly Toys stellt seine Produktion am Stammsitz Neustadt bei Coburg zum 31. Dezember 2026 ein.
Wie die regionale Tageszeitung Fränkischer Tag berichtet, seien alle Versuche gescheitert, das insolvente Familienunternehmen am Standort Neustadt zu retten. Zuletzt arbeiteten dort 113 Beschäftigte. 

Rolly Toys hatte Anfang 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Mit dem Verfahren wollte die Unternehmensleitung den Betrieb sanieren und die Produktion in Neustadt erhalten. Bis zuletzt liefen Gespräche mit möglichen Investoren.

Nach Angaben des Fränkischen Tags hatten ein niederländisches und ein deutsches Unternehmen zunächst Interesse an einer vollständigen Übernahme. Beide Interessenten wollten demnach auch am bisherigen Standort weiterproduzieren, zogen sich jedoch aus den Verhandlungen zurück. 

Zwei weitere mögliche Käufer seien noch im Rennen. Sie kämen aus Ländern der Europäischen Union, wollten die Produktion aber nicht in Neustadt fortführen. Die Marke und die Produkte von Rolly Toys könnten deshalb weiterbestehen. „Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten“, sagte Geschäftsführer Franz Schneider dem Fränkischen Tag. Die Produkte wird es voraussichtlich auch künftig geben, jedoch nicht mehr vom bisherigen Standort.

Verlust eines Großkunden belastete Rolly Toys

Die Gründe für die wirtschaftlichen Probleme sind nach Unternehmensangaben vielschichtig. Im Jahr 2025 verlor Rolly Toys seinen zweitgrößten Kunden. Dadurch brach ein erheblicher Teil des Umsatzes weg. Gleichzeitig stiegen seit Beginn des Ukraine‑Kriegs die Kosten für Energie und Wareneinkauf.

Preiserhöhungen konnten die Belastungen nicht vollständig ausgleichen. Noch höhere Verkaufspreise ließen sich nach Angaben des Unternehmens am Markt nicht durchsetzen. Hinzu kam starke Konkurrenz durch günstigere Spielwaren aus China sowie rückläufige Exporte in die USA.

Trettraktoren von John Deere, Claas und Fendt

Rolly Toys gehört zu den bekanntesten europäischen Herstellern von Trettraktoren und Kinderfahrzeugen. Das Unternehmen produziert Nachbildungen von Traktoren und Landmaschinen bekannter Marken wie John Deere, Claas, Fendt und Deutz-Fahr. 

Die Spielzeugtraktoren sind besonders auf landwirtschaftlichen Betrieben und bei Familien im ländlichen Raum verbreitet. Nach früheren Unternehmensangaben fertigte Rolly Toys jährlich mehr als 250.000 Kinderfahrzeuge. Das Familienunternehmen wurde 1938 gegründet. Mit dem Produktionsende in Neustadt geht in Oberfranken nun ein Stück Spielzeug- und Hofgeschichte zu Ende.

Quelle: Fränkischer Tag

www.rollytoys.de