Safety-Gate-Bericht 2025 der EU-Kommission
Die Europäische Kommission legte am 5, März ihren Jahresbericht über Safety Gate, das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food-Produkte, vor. Der Bericht bietet einen Überblick über gefährliche Produkte, die 2025 über das Safety-Gate-System gemeldet wurden, und die anschließenden Maßnahmen der nationalen Behörden zum Schutz der Verbraucher.
Im Jahr 2025 wurden 4.671 Warnmeldungen im Safety-Gate-System gemeldet, die höchste aufgezeichnete Zahl seit der Einführung des Systems im Jahr 2003. Dies ist ein Anstieg um 13 Prozent gegenüber 2024 und mehr als das Doppelte der Zahl der im Jahr 2022 gemeldeten Ausschreibungen. Die nationalen Behörden veröffentlichten auch eine Rekordzahl von Folgemaßnahmen mit 5.794 gemeldeten Folgemaßnahmen, was einem Anstieg um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies spiegelt die wachsende Wirksamkeit des Systems wider, das durch die Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit verstärkt wird: Sie ermöglicht einen zunehmend systematischen Informationsaustausch zwischen den Marktüberwachungsbehörden in der gesamten EU und im Europäischen Wirtschaftsraum.
Spielzeug am zweithäufigsten betroffen
Die am häufigsten gemeldeten gefährlichen Produkte im Jahr 2025 waren Kosmetika (36 Prozent), Spielzeug (16 Prozent) und Elektrogeräte (11 Prozent).
Gesundheitsrisiken durch Produkte, die gefährliche Chemikalien enthalten, waren nach wie vor die Hauptursache für Warnmeldungen, auf die mehr als die Hälfte aller Meldungen (53 Prozent) entfielen, gefolgt von dem Risiko von Verletzungen (14 Prozent) und Erstickungen (9 Prozent). Fast acht von zehn Warnmeldungen zu Kosmetika im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BMCHA, einem verbotenen synthetischen Duftstoff, der schädliche Auswirkungen auf das Fortpflanzungssystem haben und Hautreizungen verursachen kann. Die nationalen Behörden meldeten auch erstmals Fälle von Nagellack mit TPO, einer 2025 verbotenen Chemikalie, die auch Risiken für die pränatale Gesundheit darstellen und allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Neben der Bereitstellung von Informationen für Safety-Gate-Warnmeldungen haben die nationalen Behörden 5.794 Folgemaßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass gefährliche Produkte vom EU- und EWR-Markt entfernt wurden. Zu diesen Maßnahmen gehören die Rücknahme von Produkten vom Markt, das Stoppen an den Grenzen, die Bestellung von Online-Marktplätzen zur Entfernung von Produktlisten oder der Rückruf von Produkten.
Rechtsvorschriften zur Produktsicherheit wurden modernisiert
Die Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit stärkt die Durchsetzung, verbessert die Wirksamkeit von Rückrufen gefährlicher Produkte und verpflichtet Unternehmen, Verbrauchern Abhilfemaßnahmen für zurückgerufene Produkte anzubieten. Die neue Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug verbietet die Verwendung schädlicher Chemikalien in Spielzeug und verleiht den nationalen Behörden stärkere Befugnisse, gefährliches Spielzeug zu erkennen und vom Markt zu nehmen. Darüber hinaus hat die Kommission die Online-Marktüberwachung mit einer Reihe neuer Instrumente verbessert. Der eSurveillance Webcrawler beispielsweise ermöglicht es den nationalen Behörden, online angebotene Produkte, die bereits im Safety Gate aufgeführt sind, zu erkennen und deren Entfernung zu beantragen. Im Jahr 2025 wurden über 1,6 Millionen Websites gescannt und mehr als 20.800 solcher Produkte gefunden. Verbraucher können auch Sicherheitsprobleme im Consumer Safety Gateway melden.
Nächste Schritte
Die Kommission bereitet gemeinsam mit den nationalen Marktbehörden den Produktsicherheits-Sweep 2026 vor, um die Einhaltung der Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit zu überprüfen. Ein Sweep ist eine Reihe von Online-Kontrollen, die gleichzeitig durchgeführt werden, um Verstöße gegen die EU-Produktsicherheitsanforderungen in einem bestimmten Sektor zu ermitteln. Die Kommission organisiert derzeit auch koordinierte Maßnahmen zur Produktsicherheit. Im Rahmen dieser koordinierten Maßnahmen arbeiten die nationalen Behörden zusammen, um bestimmte Produkte gemeinsam zu testen und bewährte Verfahren auszutauschen, um ihre Marktüberwachungstätigkeiten zu verbessern. Wie in der Binnenmarktstrategie 2025 und in der Verbraucheragenda 2030 angekündigt, wird die Kommission die Vorschriften für die Marktüberwachung und die Konformität von Produkten in der künftigen europäischen Produktaktenoch in diesem Jahr aktualisieren, um die EU-Marktüberwachungsvorschriften zu stärken und sicherzustellen, dass nur konforme und sichere Produkte in den Binnenmarkt gelangen.
Hintergrund
Das Safety-Gate-Schnellwarnsystem ermöglicht es den nationalen Marktüberwachungsbehörden aus der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), Informationen über gefährliche Non-Food-Produkte schnell zu verbreiten und rasch Maßnahmen zu ergreifen. Safety-Gate-Warnmeldungen decken Risiken für die menschliche Gesundheit und Sicherheit wie Ersticken, Strangulieren und Schäden am Gehör oder Sehen sowie Risiken für die Umwelt, die Energieressourcen und das Eigentum ab.
Mit der Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit wird ein modernisierter Rahmen geschaffen, um die Sicherheit von Produkten auf dem EU-Markt zu gewährleisten. In diesen Vorschriften wird klargestellt, dass alle Produkte, die in der EU online oder offline verkauft werden, unabhängig von ihrer Herkunft sicher sein müssen. Online-Marktplätze, die in der EU tätig sind, müssen sich im Safety-Gate-Portal registrieren und ihre zentrale Anlaufstelle bereitstellen. Bis Ende 2025 hatten sich mehr als 1.200 Online-Marktplätze registriert.