Studie: Nachhaltigkeit beim Online-Shopping
Zwei Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lassen sich durch Gutscheine dazu motivieren, nachhaltige Produkte auszuprobieren. Fast jede zweite Person benennt Gutscheine und Rabatte als zentrale Treiber für den Erwerb solcher Artikel.
Preise bleiben der größte Bremsfaktor für nachhaltige Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Skopos im Auftrag von Grüne Gutscheine, für die 1.000 Personen Auskunft über ihr Einkaufsverhalten im Internet und die Rolle von Nachhaltigkeitskriterien gaben. Insgesamt 74 Prozent der Befragten nutzen demnach regelmäßig Gutscheine, 57 Prozent suchen gezielt danach. Für knapp die Hälfte sind Rabatte ein zentraler Anreiz, nachhaltige Produkte zu kaufen. Wird ein Produkt reduziert angeboten oder ist preislich gleichauf mit konventionellen Alternativen, greifen jeweils 58 Prozent eher zur nachhaltigen Variante. Ohne Preisvorteil bevorzugen rund 42 Prozent weiterhin klassische Produkte.
Preis bleibt entscheidende Hürde
Hohe Kosten zählen für 40 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Gründen gegen nachhaltigen Konsum. Zwar akzeptiert etwa jede zweite Person einen Aufpreis von bis zu fünf Prozent, doch 30 Prozent lehnen Mehrkosten grundsätzlich ab. Preiserhöhungen von über 20 Prozent stoßen nur auf geringe Akzeptanz.
Neben dem Preis fehlt es vielen Konsumenten an Orientierung: Rund ein Drittel bemängelt unklare Informationen und eine begrenzte Auswahl nachhaltiger Produkte. Gleichzeitig zeigt sich ein Vertrauensgefälle zwischen den Generationen: Während 16 Prozent der jüngeren Zielgruppen Nachhaltigkeitsversprechen kritisch sehen, steigt dieser Wert bei älteren auf 27 Prozent.
Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung
Für fast jede zweite Person hat Nachhaltigkeit beim Online-Shopping eine hohe Relevanz, dennoch variiert ihre Bedeutung stark je nach Produktkategorie. Besonders wichtig ist sie bei Lebensmitteln (61 Prozent), Mode (41 Prozent) sowie Drogerie- und Kosmetikartikeln (35 Prozent). In Bereichen wie Elektronik oder Reisen spielt sie eine geringere Rolle.
Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, heute häufiger nachhaltig einzukaufen als noch vor fünf Jahren. Treiber sind vor allem jüngere Konsumenten: Rund 60 Prozent der Gen Z und Millennials berichten von einem bewussteren Kaufverhalten.
Klare Signale statt Nachhaltigkeitsversprechen
Für die Bewertung nachhaltiger Angebote zählen vor allem sichtbare Kriterien. 54 Prozent achten auf umweltfreundliche Verpackungen, 42 Prozent auf nachhaltige Materialien und 36 Prozent auf regionale Herkunft.
Auch bei Gutscheinplattformen dominieren funktionale Erwartungen: 63 Prozent wünschen sich attraktive Rabatte, mehr als die Hälfte eine einfache Bedienung. Nachhaltigkeitsaspekte sind für deutlich weniger NutzerInnen ausschlaggebend. Gleichzeitig zeigt sich ein Bedarf an besserer Orientierung: Vier von zehn Befragten fordern transparente Vergleiche, ein Drittel klare Nachhaltigkeitskennzeichnungen.