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Studie: Verbraucher verschärfen 2026 den Sparkurs

Die wirtschaftliche Verunsicherung prägt auch 2026 das Konsumverhalten der Deutschen. Ein Drittel der Verbraucher plant, im kommenden Jahr insgesamt weniger auszugeben, nur rund jeder Achte rechnet mit höheren Ausgaben. Besonders Non-Food sowie Freizeit, Reisen und Gastronomie geraten unter Druck – der Lebensmitteleinkauf bleibt dagegen vergleichsweise stabil. Das zeigt die neue AlixPartners-Studie ‘Spending, Disrupted: AlixPartners’ 2026 Global Consumer Outlook’, für die weltweit 13.115 Verbraucher (2.011 davon in Deutschland) befragt wurden.

„Der Sparkurs verhärtet sich. Ein Drittel der Verbraucher will 2026 insgesamt weniger ausgeben, nur eine kleine Minderheit plant höhere Budgets“, sagt Markus Schmid, Partner & Managing Director bei AlixPartners und Leiter der Consumer & Retail Practice in DACH. „Unternehmen werden sich kostenseitig langfristig bzw. strukturell auf diesen Trend einstellen müssen. Wer wachsen will, muss Marktanteile gewinnen, heißt, auf Basis einer neuen Kostenbasis sein Leistungsversprechen und Sortiment so stark verbessern, dass Kunden an anderer Stelle kürzen.“

Lebensmittel: stabiler Alltag, aber schärferer Wettbewerb

15 Prozent der Deutschen wollen 2026 für Lebensmittel weniger ausgeben, 15 Prozent mehr und 70 Prozent etwa gleich viel. Lebensmittel bleiben damit die robusteste Alltagskategorie – auch wenn Konsumenten ihr Verhalten verändern: Sie nutzen häufiger Angebote, planen ihren Einkauf genauer, reduzieren Impulskäufe und greifen öfter zu günstigeren Marken oder Discountern.
„Lebensmittel bleiben der härteste Kampf um den Warenkorb“, sagt Nordal Cavadini, Partner & Managing Director bei AlixPartners. „Konsumentinnen und Konsumenten vergleichen Preise, jagen Aktionen, setzen stärker auf Eigenmarken und wechseln den Händler für ein besseres Angebot, sie erwarten für jeden Euro möglichst viel Gegenwert. Erfolgreich sind Händler, die ihre Daten klug nutzen, ihr Profil differenzieren und mit gezielten Aktionen statt mit der Rabatt-Gießkanne arbeiten.“

Non-Food und Beauty: weniger Alltag, gezielte Highlights

Stärker als Lebensmittel trifft der Sparkurs Non-Food und Beauty. In Deutschland planen 22 Prozent der Verbraucher, die Ausgaben im Bereich Beauty/Kosmetik zu reduzieren. Nur acht Prozent wollen mehr ausgeben; 70 Prozent halten ihr Budget stabil – Beauty ist damit klar unter Druck.

Im Non-Food-Bereich bremsen viele Haushalte ihren Konsum: weniger verfügbares Einkommen, das Gefühl, erst einmal genug gekauft zu haben, bewusster Verzicht auf nicht zwingend notwendige Produkte, selteneres Einkaufen und der Griff zu günstigeren Marken, Händlern und Second-Hand-Angeboten prägen das Gesamtbild.

Auch bei Reisen und Restaurantbesuchen regiert die Vorsicht. Selbst wenn zusätzliches Geld zur Verfügung stünde, würden 33 Prozent der Deutschen es vor allem für Reisen ausgeben, 34 Prozent würden es schlicht sparen. Nur sechs Prozent planen mehr für Restaurants auszugeben.

Unternehmen müssen Leistungsversprechen schärfen

Für Unternehmen in Handel, Konsumgüterindustrie sowie Gastronomie, Freizeit und Reisen heißt das: Sie müssen ihr Leistungsversprechen aus Sicht der Kunden schärfen, Daten besser nutzen und Sortimente wie Strukturen konsequent auf Relevanz prüfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum ein Produkt den Platz im Geldbeutel verdient. Preis, Qualität, Service und Erlebnis müssen nachvollziehbar zusammenspielen.

Wer vorhandene Kundendaten nutzt, kann präziser agieren: mit Angeboten, die zu Zielgruppen, Anlässen und Einkaufsverhalten passen. Gleichzeitig gilt es, Mittel zu bündeln: Sortimente aufräumen, Kanäle fokussieren und dort investieren, wo Kunden tatsächlich Mehrwert sehen – etwa bei klar positionierten Marken, besseren Services oder einfachen, alltagsnahen Lösungen.

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