Top-Ökonomen stellen neue Strategie im internationalen KI-Wettbewerb vor
Eine Koalition der führenden Ökonomen, Politiker und KI-Experten Europas – darunter Nobelpreisträger Philippe Aghion und die frühere EU-Kommissarin Margrethe Vestager – warnt davor, dass Europa Gefahr läuft, unwiderruflich von einer Handvoll ausländischer Regierungen und Einzelpersonen abhängig zu werden, sollte in diesem Jahr nicht entschlossen gehandelt werden. Um den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission Handlungsfähigkeit zu verschaffen, hat die Expertenkoalition, der auch Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und ifo-Präsident Clemens Fuest angehören, eine wegweisende Transformative-AI-Strategie veröffentlicht. Sie legt dar, wie Europa sich Zugang zu KI der Spitzenklasse sichern, den Ausbau von Infrastruktur auf europäischem Boden fördern, seine Bürgerinnen und Bürger vor KI-bedingten Krisen wie Cyberangriffen und biologischen Sicherheitsrisiken schützen und sicherstellen kann, dass seine Institutionen mit anderen globalen Mächten Schritt halten können.
Die Autorinnen und Autoren der Strategie sind überzeugt, dass Europa mit der Umsetzung der Empfehlungen auf einen Kurs gebracht werden kann, im KI-Zeitalter erfolgreich zu sein – betonen jedoch, dass sich das Zeitfenster schnell schließt, da andere Länder wie China und die USA mit Investitionen und der Gewinnung von Spitzentalenten weiter voranschreiten. Margrethe Vestager, ehemalige geschäftsführende Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Kommissarin für Wettbewerb, stellvertretende Ministerpräsidentin Dänemarks und Mitautorin der Strategie, erklärte: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Europa zum Spielfeld ausländischer Mächte wird. Unsere Bürgerinnen und Bürger spüren bereits heute die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Entscheidungen, die anderswo getroffen werden. KI wird diese Entwicklung beschleunigen und unser persönliches Leben, unsere Beziehungen, unser Lernen und unsere Arbeit in einem beispiellosen Tempo verändern. Wenn die Wertschöpfung außerhalb unserer Grenzen stattfindet, werden wir diesen Veränderungen mit weniger Mitteln begegnen können. Das sollte uns weit mehr beunruhigen, als es derzeit der Fall ist. Wir müssen handeln. Überall in der Union nehmen Regierungen KI entweder nicht ernst genug oder konzentrieren sich auf andere Prioritäten. Die Empfehlungen in diesem Bericht sind konkret und sofort umsetzbar. Kommission und Mitgliedstaaten können jetzt handeln. Nichts sollte uns davon abhalten!“
Europa kann im Zeitalter transformativer KI erfolgreich sein
Europa verfügt über die nötigen Ressourcen, um im KI-Zeitalter zu bestehen – doch das Zeitfenster, diese Stärken zu nutzen, schließt sich rasch. Europa hat einen großen Markt, mehrere Schlüsselunternehmen in der KI-Lieferkette – etwa den Lithografie-Marktführer ASML – sowie starke technische Talente. Je näher wir jedoch einer Welt kommen, in der KI dominiert, desto stärker dürften Europas Stärken relativ an Wert verlieren, während der verlässliche Zugang zu KI an der globalen Spitze deutlich schwieriger werden könnte.
Um in kritischen Bereichen wie Verteidigung, Cybersicherheit oder Wissenschaft nicht ins Hintertreffen zu geraten, muss Europa sich entweder Zugang zu ausländischer Spitzen-KI sichern oder selbst wettbewerbsfähige Spitzen-KI entwickeln. Die Strategie behandelt beide Ansätze, konzentriert sich jedoch angesichts der extrem hohen Kosten eines erfolgreichen eigenen europäischen Spitzen-KI-Projekts auf den Zugang zu den weltweit fortschrittlichsten KI-Modellen.
Weitere Informationen und Empfehlungen der Transformative-AI-Strategie