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Toy Story 5: Spielzeuge kämpfen gegen Tablet-Konkurrenz

Die sprechenden Spielzeuge aus dem Hause Pixar sind zurück auf der Leinwand. Seit Toy Story 4 sind sieben Jahre vergangen, doch der erste Auftritt von Woody und dem Plastikastronauten Buzz Lightyear liegt schon mehr als drei Jahrzehnte zurück.

Mit Toy Story bastelte die kalifornische Trickschmiede Pixar 1995 ihren ersten Spielfilm, komplett am Computer erzeugt, technisch bahnbrechend und auch emotional ein Hit. Die Hauptdarsteller aus Plastik, Holz, Stoff und Blech konnten mit Herz, Gefühlen und einer witzigen Story ein Millionenpublikum für sich gewinnen. Woody, Buzz, Jessie & Co. haben es im Laufe der Jahre nach zig Bewährungsproben aus dem Kinderzimmer von Andy zur kleinen Bonnie geschafft.

Woody, wie schon im Original-Film und allen weiteren Folgen von Hollywood-Star Tom Hanks vertont, kehrt im fünften Teil nur in einer Nebenrolle zurück. Schließlich hatte er sich zuvor schon in die große Welt abgesetzt, um dort verlorenen Spielzeugen zu helfen. Im Zimmer der achtjährigen, scheuen Bonnie gibt inzwischen das kesse Cowgirl Jessie den Ton an. Dort droht nun eine riesige Gefahr: Tech. Jessie und Kraftprotz Buzz Lightyear bekommen es mit einem Spielzeug-Tablet zu tun.

Toys treffen auf Tech

Ein Minicomputer namens Lilypad, der aussieht wie ein Frosch, zieht Bonnie sofort in den Bann. Eigentlich spielt sie am liebsten mit ihren Toys, doch alle anderen Kinder chatten längst am Bildschirm. Bonnie will Freunde haben, die Eltern geben klein bei und kaufen ihr das Gerät. Die Spielzeuge sind prompt Nebensache. „Aussterben, nicht schon wieder“, jammert der grüne Dino Rex. Jessie kann es nicht glauben. Überall in der Nachbarschaft starren Kinder nur noch auf Bildschirme. Sie ruft Woody an: „Ist die Lage für Spielzeuge wirklich so schlimm?“ Sie verliere Bonnie an dieses Gerät, klagt Jessie.

Gefühle der Spielzeuge

Pixar greift ein brennendes Problem auf. „Ich bemerke seit etwa sechs, sieben Jahren, dass Kinder Geräte in den Händen halten, und sie scheinen immer jünger zu werden. Und ich höre von Eltern, dass Spielzeuge immer früher weggelegt werden“, erzählt Regisseur Andrew Stanton im dpa-Interview. Es fühle sich wie ein dauerhaftes kulturelles Problem an. „Ich dachte mir, das muss für die Spielzeuge echt ätzend sein.“ Und schließlich gehe es um die Gefühle der geliebten Spielsachen, sagt Stanton.

Der Pixar-Pionier war einer der ersten Mitarbeiter der nordkalifornischen Animations-Schmiede. Er schrieb an den Drehbüchern für alle Toy Story-Filme mit. Als Regisseur von Findet Nemo und Walle - Der Letzte räumt die Erde auf holte er zwei Oscars für den besten Animationsfilm.

Tech wird nicht verteufelt

Lilypad wird in Toy Story 5 aber nicht als Bösewicht abgestempelt. Sie wollten niemanden belehren oder Technologie verteufeln, sagt die Produzentin Lindsey Collins (Rot, Findet Dorie). Mit vielen witzigen Ideen und nostalgischen Rückblicken ist den Machern die Gratwanderung perfekt gelungen.

Jessie bringt geballte Energie und Tempo ins Spiel. Gleichzeitig führt die Story mit viel Herzschmerz zurück auf eine Ranch, wo die Puppe einst dem Mädchen Emily gehörte. Dort macht das Cowgirl eine Entdeckung, die viele Zuschauer zu Tränen rühren dürfte. Zum Lachen sind eine Reihe neuer Charaktere, darunter das Hausschwein Jimmy Dean und Smarty Pants, ein altmodisches Elektronikspielzeug in Form einer Klopapierrolle, das zum Töpfchentraining diente.

Neu dabei ist auch ein pferdebegeistertes Mädchen namens Blaze, das den Pixar-Trickkünstlern viel abverlangte. „Für Blaze, mit der sehr lockigen, wilden Frisur, mussten wir in die Trickkiste greifen“, erzählt Thomas Moser aus Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg), den es vor 15 Jahren zu Pixar verschlug. Dort arbeitete er unter anderem schon an Hits wie Alles steht Kopf, Merida und Die Unglaublichen 2 mit. Die Simulationsabteilung steht in der Produktionspipeline am Computer gleich hinter der Animation. Sein Team arbeitet am Computer daran, dass sich etwa Haare, Kleidung und Stoffe richtig bewegen. Verglichen mit früheren Filmen könnten sie nun viel mehr Details und Genauigkeit liefern, erklärt Moser.

Traumstart in den USA 

Das Pixar-Kunststück legte Mitte Juni an den US-Kinokassen mit rund 160 Millionen Dollar prompt einen Traumstart hin. Der fünfte Teil übertraf an seinem Eröffnungswochenende alle Toy Story-Vorgänger. Mit US-Mega-Star Taylor Swift hatte sich ein prominenter Fan bei der Premiere in Los Angeles für die Fortsetzung kräftig ins Zeug gelegt. „Es bedeutet mir unglaublich viel, ein kleiner Teil des Universums dieser Filme zu sein“, sagte die Sängerin. Der neue Teil sei ein Meisterwerk. Swift lieferte den Original-Song I Knew It, I Knew You zum Film.

Quelle: heise.de

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