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Unternehmertum auf dem Stundenplan

Schon seit Jahren beklagen Wirtschaftsvertreter:innen, dass Schüler:innen zu wenig über Wirtschaftsthemen und Unternehmensführung lernen.
 
Inzwischen werden solche Rufe auch aus der Politik laut. So spricht sich etwa Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dafür aus, das Thema Wirtschaft in den Lehrplänen aufzuwerten.
 
Eine Privatschule in Madrid macht vor, wie das gehen könnte: Am dortigen Global College ist Wirtschaftswissen Kernbestandteil des Lehrplans der insgesamt 112 Schüler:innen aus 24 Ländern. Innerhalb von zwei Schuljahren lernen die Schüler:innen Fähigkeiten wie Unternehmertum, Eigenverantwortung, Teamkompetenz und Führung.
 
Billig ist die praxisnahe Ausbildung indes nicht, das Schulgeld beträgt 33.000 Euro jährlich. Das dortige International Baccalaureate (IB) gilt als geeigneter Einstieg für ein Studium an Eliteuniversitäten wie Oxford, Cambridge, Harvard oder Stanford.
 
Die Absolvent:innen der Schule sollen dabei gar nicht unbedingt alle selbst später ein Unternehmen gründen. Die Initiator:innen um den Direktor Barry Cooper glauben aber, dass unternehmerische Fähigkeiten in vielen späteren Führungspositionen hilfreich sein können.
 
Der Schulleiter will das College weder als Startup-Inkubator noch als Manager:innen-Schmiede verstanden wissen, schätzt aber, dass unternehmerische Herangehensweisen und Problemlösungsstrategien Menschen generell im Berufsleben weiterbringen.
 
Babette Claas von der Unternehmensberatung BCG glaubt, dass deutsche Lehrpläne mehr Entrepreneurship-Projekte und Unternehmensplanspiele erlauben. Das hänge weniger vom Schulträger als vielmehr vom persönlichen Einsatz der Lehrkräfte ab.
 
Daran angelehnt hat sich das Network for Teaching Entrepreneurship (NFTE) als gemeinnützige Initiative die unternehmerische Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften auf die Fahnen geschrieben.

 
Das Handelsblatt zum Thema: https://lnkd.in/ecdXqsq2