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Startups Teil 7: Am Puls der Zukunft

Startups liefern wertvolle Impulse für die Spielwarenbranche

Von Sibylle Dorndorf

Die Spielwarenbranche spiegelt seit jeher kulturelle, gesellschaftliche sowie technische Trends und bringt sie in die Kinderzimmer. Denn parallel zu diesen Parametern entwickelt die Spielwarenindustrie Produkte. Ob es nun soziokulturelle Einflüsse oder technologische Innovationen sind: Mehr denn je unterliegen Spielzeuge dem Wandel. Zunehmend werden digitale Features und KI integriert. Als Gegengewicht ist eine Rückbesinnung auf analoge Produkte zu beobachten. Eine Renaissance der Klassiker. Die Wiederkehr von Retro-Trends. Diese kontinuierliche Evolution des Spielzeugs ist ein natürlicher, systemimmanenter Prozess, aber er ist zu großen Teilen auch der Innovationskraft von Startups geschuldet. Für fast die Hälfte der Startups ist Künstliche Intelligenz inzwischen das Herzstück ihres Produkts, fast ebenso viele Gründungen finden im Kontext von Nachhaltigkeit und Upcycling statt. Potenzielle Investoren zeigen Interesse an Ansätzen, die sowohl moderne Technologie, ökologisch korrekte Lebenshaltung als auch kreative und integrative Inhalte aufnehmen.

Verbindet digitale und kreative Welten: Die Greenscreenbox

Greenscreenbox fördert soziale Interaktion, Medienkompetenz und digitales Wissen

Ein facettenreiches Startup-Produkt ist die Greenscreenbox. Sie vereint unterschiedliche Bedürfnisse der Zielgruppe Kinder und ist damit eine gelungene All-in-One-Lösung für den Einsatz im Kinderzimmer, in Schulen und pädagogischen Einrichtungen. Die Gründerin Petra Mestrom beschreibt ihr Produkt als einfache und dennoch effektive Möglichkeit, die Greenscreen-Technologie im Unterricht einzusetzen: „Die Greenscreenbox ist ein Tischfilmstudio aus Holz mit einem Zubehörset und unserer eigenen Greenscreen-Software, mit der man Fotos, Stop-Motion-Animationen und Videos aufnehmen kann.“ Ursprünglich in der Filmindustrie eingesetzt, wird die Greenscreen-Technologie heute zur Bereicherung von Lernprozessen genutzt. Sie lässt alles Grüne verschwinden. Anstelle des Grüns wird ein anderes Bild sichtbar. So kann jedes erdenkliche Hintergrundbild für Aufnahmen verwendet werden.

Alles ist möglich

Mit der Greenscreenbox werden Spielzeuge zum Leben erweckt. Kinder agieren in der eigenen Zeichnung, tauchen in Geschichten ein und treffen ihre Helden. Das Greenscreen-Tischmodell von Petra Mestrom erlaubt ihnen, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, aber auch, spielenderweise ihre Medienkompetenz zu schulen. Die Möglichkeit, eigene Greenscreen-Videos zu erstellen, macht sie zum perfekten Lerntool. Das Interesse zur Nutzung digitaler Medien wird geweckt. Digitale Kompetenzen werden geschult, Kommunikation und Zusammenarbeit gefördert.

Petra Mestrom

Die Greenscreenbox wurde von der Pädagogin Petra Mestrom erfunden. Mestrom kam als i-Coach bei Salto in Eindhoven mit der Greenscreen-Technologie in Berührung. Die Gründerin erkannte die Notwendigkeit einer alltagstauglicheren Lösung für Schulen, denn die vorhandenen Bildschirme waren sehr unhandlich. Nach einem Solo-Start schlossen sich weitere Unterstützer an, die mit dazu beitrugen, die Greenscreenbox weiterzuentwickeln und auf den Markt zu bringen.

Nachgefragt

Petra Mestrom berichtet über die Geburtsstunde der Greenscreenbox.

Grenscreenbox vermittelt Lerninhalte auf spielerische Weise

Petra Mestrom, wann haben Sie Ihr Unternehmen gegründet?
Petra Mestrom: Die Produkteinführung der Grenscreenbox war im Jahr 2020.

Was war der Auslöser für die Gründung Ihres Unternehmens?
Petra Mestrom: Als Grundschullehrerin erkannte ich den Bedarf einer spielerischen Möglichkeit, Kreativität, Sprache und digitale Fähigkeiten bei Kindern zu fördern.

Haben Sie Unterstützung oder Fördermittel in Anspruch genommen?
Petra Mestrom: Ja, wir haben Zuschüsse für die Teilnahme an internationalen Messen und die Weiterentwicklung unseres Unternehmens erhalten.

Welches Produkt haben Sie entwickelt?
Petra Mestrom: Wir haben die Greenscreenbox entwickelt, ein kreatives Multimedia-Tool, mit dem Kinder ihre eigenen Greenscreen-Videos und Stop-Motion-Clips mit Hilfe unserer einfachen Hardware und intuitiven Software ganz einfach selbst erstellen können.

Was ist die USP der Greenscreenbox?
Petra Mestrom: Sie vermittelt Bildung, Kreativität und Technologie auf eine einzigartige Weise.

Film ab: Kinder inszenieren ihre eigenen Geschichten

Warum liegt Ihnen als Pädagogin gerade dieses Produkt am Herzen?
Petra Mestrom: Weil es Kindern die Möglichkeit gibt, sich kreativ auszudrücken, Sprachkenntnisse zu erwerben und digitale Kompetenzen auf spielerische und intuitive Weise zu entwickeln. Die Greenscreenbox verwandelt die passive Mediennutzung in eine aktive Tätigkeit und hilft Kindern, durch Geschichten erzählen Selbstvertrauen und Teamgeist zu entwickeln. Das sind wichtige Skills für das 21. Jahrhundert.

Wie und wo vertreiben Sie die Grenscreenbox?
Petra Mestrom: Wir verkaufen über Großhändler im Bildungsbereich, internationale Vertriebspartner und unseren eigenen Webshop. Unsere Produkte sind in mehreren europäischen Ländern erhältlich.

Wollen Sie weltweit expandieren?
Petra Mestrom: Wir sind erfolgreich dabei, unsere Exporte innerhalb Europas zu steigern und haben natürlich die Ambition, die Greenscreenbox auch weltweit zu vertreiben.

Welche Hürden mussten Sie überwinden?
Petra Mestrom: Eine echte Herausforderung war die Skalierung der Produktion und der Aufbau eines internationalen Partnernetzes.

Würden Sie heute wieder ein Unternehmen gründen?
Petra Mestrom: Ja!

Was würden Sie anders machen?
Petra Mestrom: Ich würde viel früher mit einem erfahrenen Vertriebsmitarbeiter zusammenarbeiten, damit ich mich mehr auf Forschung und Entwicklung konzentrieren kann.

Welchen Rat würden Sie anderen Gründern geben?
Petra Mestrom: Glaubt an eure eigene Stärke. Bleibt eurer Mission treu. Hört auf eure Kunden. Und nicht zuletzt: Wartet nicht auf das Perfekte, sondern fangt einfach an.

EU-Kommission legt Strategie für Start-ups und Scale-ups vor

Europa soll zu einem attraktiven Standort für die Gründung und das Wachstum globaler Unternehmen werden. Start-ups und Scale-ups sind für die Zukunft Europas von entscheidender Bedeutung. Denn sie treiben Innovation und nachhaltiges Wachstum voran, schaffen Arbeitsplätze, ziehen Investitionen an und verringern strategische Abhängigkeiten. Doch trotz solider Grundlagen haben noch immer zu viele Unternehmen Probleme, ihre Ideen auf den Markt zu bringen oder innerhalb der EU zu wachsen. Die Strategie der EU-Kommission will diesen Herausforderungen begegnen, indem sie Start-ups und Scale-ups während ihres gesamten Lebenszyklus unterstützt, von der Gründung über die Expansion bis hin zur Reifephase und zum Erfolg in der EU.

Zum EU News Artikel: EU-Kommission legt Strategie für Start-ups und Scale-ups vor

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Startups Teil 1: Am Anfang war die Idee
Über Innovationskraft, Erfolg und das Risiko des Scheiterns
Startups Teil 2: Gründen in der Spielwarenbranche
Smartek - Von der Unternehmensgründung zum Universalgenie
Startups Teil 3: Willkommen Zebras und Unicorns
Die zoologische Vielfalt und das Potenzial von Startups in Zeiten von Multikrisen
Startups Teil 4: Die Vision einer besseren Welt
Agnawool – Soziale Verantwortung statt Profitmaximierung
Startups Teil 5: Auch Global Player fangen klein an
Die Erfolgsstory von tonies und was Gründer daraus lernen können
Startups Teil 6: Platzhirsche oder Rebellen
Startups bieten dem Handel frische Ideen und innovative Produkte

Startups auf der Spielwarenmesse

Auf der StartupArea stellen Startups ihre Produktideen der Spielwarenbranche vor. Mit dabei sind die Teilnehmer des Förderprogramm Young Innovators unterstützt durch das Wirtschaftsministerium.

Treffe junge Unternehmen in der StartupArea in Halle 3A.

Über die Autorin
Sibylle Dorndorf schreibt seit fast 30 Jahren über die Spielwarenbranche, zuletzt war die Journalistin Chefredakteurin der TOYS-Magazinfamilie im Göller Verlag, Baden-Baden. Ihre Passion: Unternehmen, die sich neu erfinden, Marken, die sich glaubwürdig positionieren, Menschen, die etwas zu sagen haben und Produkte mit Zukunft.

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