Nachhaltigkeit

Nachhaltig handeln: Shopping goes green

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Gerade darin besteht jedoch eine der größten Herausforderungen. Denn um zu beurteilen, ob ein Holzspielzeug aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit Bio-Farben aus China nachhaltiger ist als ein in Europa produziertes, lackiertes Holzspielzeug aus konventioneller Forstwirtschaft, erfordert eine tiefgreifende Analyse. Der Product Carbon Footprint (PCF), der ökologische Fußabdruck eines Produktes, ist eine mögliche Messgröße, doch er ist heute für die wenigsten Produkte verfügbar. Zudem beurteilt dieser lediglich einen relevanten Faktor: die durch das Produkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstandenen CO2 Emissionen.

Gezeichnete Hand hält die Welt mit Symbolen für Nachhaltigkeit

Für die Beurteilung des Wasserverbrauchs, der Kontamination der Umwelt, der Entstehung von Mikroplastik, der Eindämmung der Biodiversität oder auch dem Einsatz von Kinderarbeit ist der PCF keine adäquate Messgröße. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in Europa über 450 verschiedene Siegel gibt, die dem Verbraucher Orientierung geben wollen. Doch ähnlich wie im Straßenverkehr, wo mehr Schilder nicht zu mehr Sicherheit führen, stiften viele Siegel Verunsicherung bei den Käufern.

„Es wird ein branchenübergreifender und umfassender Nachhaltigkeits-Score für alle Produkte benötigt. Somit könnte für die Kund*innen die Komplexität der Kaufentscheidung reduziert werden. Die Verständlichkeit der Siegel und das wahrgenommene Vertrauen in die bestehenden Siegel müssen gestärkt werden“, so formuliert es das Whitepaper der DHBW Heilbronn zum Attitude Behavior Gap in 2022.

In dieser Studie wurde auch untersucht, welche Relevanz Nachhaltigkeit für den Wahl der Einkaufsstätte hat. Das Ergebnis zeigt nachfolgende Grafik: 41,6 % der Befragten geben an, aufgrund eines nachhaltigeren Angebots die Einkaufsstätte wechseln zu wollen.

Die Zustimmungswerte zu Ernährungsverhalten, Wohlstand, Einkaufsstätte bleiben weitestgehend unverändert.

2021Ich stimme zu/ eher zu2022
43,2%... Nachhaltigkeit hat Einfluss auf mein Ernährungs- und Kaufverhalten42,9%
52,5%... ich bin bereit für nachhaltigeren Konsum auf Wohlstand zu verzichten50,8%
40,0%... ich bin bereit aufgrund des Angebots nachhaltiger Artikel die Einkaufsstätte zu wechseln

41,6%

Attitude-Behavior-Gap im LEH – eine empirische Analyse und Handlungsempfehlungen (Vergleich der Ergebnisse 2021 und 2022)

„Um den nachhaltigen Konsum zu stärken, muss der Handel zunächst zertifizierte, nachhaltige und langlebige Produkte ins Sortiment aufnehmen und im Gegenzug die besonders umweltschädlichen Produkte auslisten. Zudem sollten die nachhaltigeren Produkte besser platziert werden, auch durch die Farbe der Etiketten lässt sich darauf hinweisen“, so eine Empfehlung von Helen Czioska, Leiterin des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Konsum im Umweltbundesamt.

Nachhaltigkeit muss kommuniziert werden

Erfolgreiche Spielwarenfachhändler müssen folglich heute nicht nur die neuesten Spieletrends kennen, Brettspiele erklären oder das altersgerechte Geschenk empfehlen, sondern auch in puncto Produktherkunft und Kreislauffähigkeit aussagefähig sein.

Pakete mit

Hier können Dekorationen und Aufsteller unterstützen und dem Shopper Orientierung geben. Gleiches gilt für die Verpackung, denn sie ist der erste Kontaktpunkte einer Marke mit dem Verwender. Über die Verpackung können ergänzend zu den Produktinformationen Informationen zu Nachkaufgarantien, Rücknahmemodelle oder Upcycling-Möglichkeiten transparent gemacht werden. Vor allem die Langlebigkeit vieler Spiele ist es, die das Potenzial zu einem echten Sharing-Modell hat.

Nachhaltigkeit spiegelt sich dabei auch im Produktsortiment wider. So spricht ein Uno-Kartenspiel für Farbenblinde ganz neue Zielgruppen an und trägt zur Teilhabe bei. Gleiches gilt für Puppen mit Handycap oder vielfältigen Hautfarben, die von einer Spielwarenfachhändlerin in Berlin Neukölln für ihren Laden kuratiert werden.

Für Fachhändler besonders wichtig ist dabei das Schaufenster – es muss überzeugen und Impulse auslösen, die zum Betreten des Ladens motivieren. Vor allem, wenn Shopper auf der Suche nach einem Geschenk sind.

Info Wie Händler dazu beitragen können, den Spielwareneinkauf nachhaltiger zu gestalten:
  • Wie Händler dazu beitragen können, den Spielwareneinkauf nachhaltiger zu gestalten:
  • Einzelteileservice, falls in der Sammlung das entscheidende Element fehlt
  • Spieleabende, damit Kunden die passenden Produkte ausprobieren können
  • Rücknahmestelle für gebrauchte Spielwaren, um diese entweder weiterzugeben oder fachgerecht zu recyceln
  • Tauschbörsen für gebrauchte Spielwaren
  • Informationen zu Produktherkunft und Recyclingfähigkeit
Info Toy Business Forum: - Nachhaltig handeln – Shopping goes green

Wie Sie am POS nachhaltige Konzepte und nachhaltige Verpackungen einsetzen können, erfahren Sie persönlich im Toy Business Forum von Claudia Rivinius, Marketingleiterin der STI Group.

Sie hält am Mittwoch, 1. Februar 2023 von 13:50 bis 14:20 Uhr ihren Vortrag „Nachhaltig handeln – Shopping goes green" in Halle 3A.

Denn worauf kommt es an, welche Kriterien sind relevant? Der 30-minütige Impulsvortrag liefert Informationen zu folgenden Fragestellungen

  • was sich Verbraucher*innen in puncto Nachhaltigkeit wünschen
  • was Hersteller und Händler tun können, um Shopper zu nachhaltigerem Einkaufen zu motivieren
  • welche Rolle Verpackungen und Point of Sale (POS)-Kommunikation bei der Vermittlung von Informationen und Werten spielen
  • warum sich ein nachhaltiger POS-Auftritt auszahlt

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