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Hightech-Spielzeuge: Spaßfaktor Elektronik

Von Peter Pernsteiner

Miniaturisierte Computer und Elektronik bereichern viele Produkten für den Freizeitspaß von Kindern und Erwachsenen. Das Spektrum an Spielwaren mit Elektronik reicht von leuchtenden Blumen über programmierbare Roboter oder KI-gesteuerte Rennwagen bis hin zu digitalen Modelleisenbahnen.

Fantasiewelten mit interaktiven Hörspielen

Interative Spielwelt Playmobil hi! (Foto: Pernsteiner)

Mit hi! will Playmobil eine völlig neue Spieldimension ins Kinderzimmer bringen. Basis hierfür ist ein ca. 3 x 4 cm kleiner Rucksack für die seit über 50 Jahren allseits beliebten Playmobil-Figuren. Er wird diesen auf den Rücken geschnallt und enthält einen umfassend programmierten Mikrocomputer nebst kräftig tönendem Lautsprecher für interaktive Rollenspiele. Gesteuert wird dieser bei Annäherung an NFC-Tags, sie sich in neun zum Lieferumfang gehörenden Interaktivstickern und einem Navigationssticker befinden. Das Ergebnis ist eine Art Fantasy-Hörspiel für Kinder ab 6 Jahren, das unterschiedlichste Soundeffekte beinhaltet und in Abhängigkeit von an Playmobil-Spielzeugen angebrachten Stickern jeweils komplett anders verläuft. Zum Vertriebsstart gibt es die vier Themenwelten Pferde, Piraten, Polizei und Zoo. Der Rucksack wird von den Eltern mit Hilfe einer kostenlosen Smartphone-App konfiguriert und ermöglicht ein vollständig offline nutzbares Spielerlebnis, das ganz ohne Bildschirm auskommt. Playmobil legte großen Wert darauf, dass die interaktiven Geschichten mit jeweils mehr als 500 Audioelementen pro Sprache von professionellen Hörspielsprechern aus Deutschland, England, Frankreich und anderen Ländern aufgenommen wurden. Die Stromversorgung des Rucksacks erfolgt über einen integrierten Akku, der per USB-C-Ladegerät nachgetankt wird und für bis zu sechs Stunden ununterbrochene Spielzeit sorgen soll.

KI-gesteuerte Rennwagen

Neue Bahnelemente und Fahrzeuge für Carrera Hybrid. (Foto: Pernsteiner)

Bereits zur Spielwarenmesse 2024 wurde erstmals von Carrera-Toys die Hybrid-Rennbahn vorgestellt. Sie hat statt konventionellen festen Spurrillen zur Fahrzeugführung ganz flache Straßenelemente mit nahezu unsichtbarer optischer Codierung. Die Rennautos im Maßstab 1:50 werden auf dieser Basis mittels Fotosensor im Fahrgestell elektronisch geführt. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe von KI wahlweise direkt per Smartphone oder in Verbindung mit einem Funk-Controller für Spielekonsolen. Dadurch lassen sich Fahrzeugparameter wie Reifendruck und Motortuning konfigurieren. Die Rennwagen werden je nach Erfahrung komplett manuell oder in unterschiedlichsten Leveln KI-gestützt gesteuert. Dabei sorgt die KI unter anderem dafür, dass sich die Fahrzeuge in Abhängigkeit von der Fahrdauer in Kurven anders verhalten, weil beispielsweise der Reifenverschleiß und die Reifenerwärmung nachgebildet wird. Als neue Bahnelemente wurden heuer schlanke Kurven, eine Pitstop-Lane, eine Brücke und eine Engstelle präsentiert. Außerdem wurde im Frühjahr 2026 der NPC-Modus in die kostenlose Smartphone-App integriert. Er ermöglicht den autonomen Betrieb von KI-Bot-Fahrzeugen auf der Bahn. Damit ist nicht nur ein Renntraining für jemanden ganz allein möglich, sondern auch eine neue Herausforderung mit autonom fahrenden Gegnern bei Rennen zwischen mehreren Fahrern. Einen kleinen Eindruck der Möglichkeiten von Carrera Hybrid vermittelt das Messeinterview:

Carrera Hybrid News 2026 Pitlane, Brücke, KI-NPC-Modus, Ferrari 296 GT3, Formel 1 @ Spielwarenmesse

Fernsteuerautos in allen Größen

Fernsteuerbarer Abschlepper Volvo FH16 von Tamiya. (Foto: Pernsteiner)

Während das Hybridsystem von Carrera spezielle Straßen und ein Smartphone braucht, werden die kleinen Rennwagen Romi 64 von Rlaarlo über eine konventionelle Funkfernsteuerung bedient und vollziehen dabei Drifts. Die 70 bis 80 mm kurzen Flitzer im Maßstab 1:64 haben ein verstellbares Chassis, fahren bis zu 9 km/h schnell und schaffen mit einer Akkuladung rund 20 Minuten Betriebszeit. Das Unternehmen hat in Nürnberg viele weitere Neuheiten vorgestellt, wie beispielsweise einen sehr robusten Mercedes-Benz Unimiog U4000 im Maßstab 1:7, der in diesem Videobericht auf der Spielwarenmesse bei einem Härtetest zu sehen ist. Auch zahlreiche weitere Aussteller präsentierten tolle Fernsteuerneuheiten in Nürnberg. So zeigte Tamiya direkt vor dem Original-Motorsportfahrzeug das Modell des BMW M4 GT3 EVO der Saison 2025 im Maßstab 1:10. Ebenso spektakulär war das 75 cm lange Modell des vierachsigen Abschlepp-Trucks Volvo FH16 im Maßstab 1:14. Der vorlackierte Bausatz hat eine detailgetreue Metall-Blattfederaufhängung an den Federbeiden, Doppellenkachsen und ein 3-Gang-Schaltgetriebe. Optional kann er unter anderem mit einer Hubmechanik und einer Multifunktionseinheit ergänzt werden, die neben diversen Licht- und Soundfunktionen ein Vibrationsmodul beinhaltet. Zur komfortablen Fernbedienung eignet sich beispielsweise die neue 15-Kanal-Funkfernsteuerung Reflex Stick Pro 4 LCD von Carson.

Brettspiel mit Bordcomputer

Elektronisches Brettspiel Cosmic Jumper von Giiker. (Foto: Pernsteiner)

Eine raffinierte Kombination aus Brettspiel und Elektronik ist der Cosmic Jumper von Giiker. Die in der Diagonale 21,5 cm messende Tischspiel-Neuheit für Kinder und Erwachsene erinnert nicht nur optisch an die bereits 1892 erschienene Sternversion des Klassikers Halma, sondern kann je nach Betriebsmodus auch so gespielt werden – mit bis zu sechs Personen und bei Bedarf auch allein gegen den Bordcomputer. Die 19 mm hohen Spielfiguren in sechs Farben haben einen durchsichtigen unteren Bereich, damit die situationsabhängig verschieden leuchtenden Spielfelder gut sichtbar sind. Die Integration von Tasten in die 121 Felder ermöglicht unterschiedlichste Spielmodi bis hin zur Lösung von kniffligen Aufgabenstellungen. Das erst 2012 in China gegründete Unternehmen hat seither zwölf weitere elektronische Spiele entwickelt – vom Zauberwürfel über Tic Tac Toe oder ein Schiebepuzzle bis hin zum Sudoku, Ludo und ein Reversi-Spiel als letztjährige Neuheit.

Roboter als Schreibtisch-Zerstreuung

Mini-Roboter von Robosen. (Foto: Pernsteiner)

Nach den großen Transformer-Robotern der letzten Jahre mit mehreren Dutzend per Microcomputer angesteuerten Servomotoren hat Robosen in diesem Jahr in Nürnberg eine Mini-Roboter-Kollektion für den Schreibtisch oder fürs Kinderzimmer vorgestellt. Sie besteht aus einer kleinen Roboter-Basis als Universal-Plattform und aufsteckbaren Robotermodulen der unterschiedlichsten Pixar-Kinofilm-Welten. In der ca. 12 cm breiten und knapp 5 cm hohen Basis befinden sich neben einem flexibel programmierbaren Minicomputer auch vier kleine Servomotoren, ein Lautsprecher und drei Tasten zur sehr simplen Stand-alone-Bedienung ganz ohne PC oder Smartphone. Damit lassen sich unter anderem typische vorprogrammierte Audiosequenzen des jeweiligen Kinohits wiedergeben und der aufgesteckte Mini-Roboter erwacht mit Hilfe der Servomotoren zu Film-typischen Bewegungen. Weitere Bewegungsabläufe und Sounds lassen sich individuell an einem Computer per Robosen Studio-Software programmieren. Für netzunabhängigen Spielspaß sorgt ein integrierter 3,7-Volt-Akku mit 2000 mAh Kapazität. Er soll für 120 bis 300 Minuten Betriebszeit reichen und wird per USB-C-Kabel nachgeladen. 

Elektronische Blumen

Lichtblumen-Lötbausatz von Franzis. (Foto: Pernsteiner)

Auf der Spielwarenmesse waren heuer auch Blumen ein großes Thema. Neben Lasercut- und Plastikbausätzen sowie Klemmbausteine-Sets stellte beispielsweise Franzis einen Lichtblumen-Bausatz mit sechs Leiterplatten nebst bunten LEDs und Widerständen vor. Zum Lieferumfang gehört ein Lötkolben, mit dem Jugendliche ab 14 Jahren ans Elektronik-Basteln herangeführt werden sollen. Das Resultat ist eine ca. 15 x 8 cm große bunt leuchtende Blütenpracht fürs Wohn- oder Kinderzimmer. Auch Kosmos widmet sich bei zwei neuen Wissenschaftsbaukästen dem Thema Blumen. Hier gibt es einerseits die motorisiert bewegte Solar-Flower aus mehr als 100 Kunststoffteilen und zum anderen die Robotic-Flower mit großen Blütenblättern, die individuell bemalt werden. Ein kleiner Computerchip samt Helligkeits- und Näherungssensor sorgt dafür, dass sich die Blume bei Tageslicht langsam öffnet und bei Annäherung schließt. Außerdem gibt es einen Nachtlicht-Modus, der bei Dunkelheit das Kinderzimmer erhellt. Die beiden Kosmos-Blumen und zwei weitere Experimentiersets hat Peter Pernsteiner auf der Spielwarenmesse in einem Interview vorgestellt:

Kosmos-Neuheiten 2026: Robotic-Flower, Gecko-Bot, Crashy-Robo-Panda, Solar-Blume @ Spielwarenmesse

Naturwissenschaftliche Experimente

Smart Circuit Experimentierkasten von Topbright. (Foto: Pernsteiner)

Kinder ab acht Jahren adressiert Topbright mit dem neuen Experimentierkasten Smart Circuit aus dem Science Can-Produktsortiment mit wissenschaftlich orientierten Spielzeugen. Er enthält steckbare Module zur spielerischen Erkundung der Welt der Elektronik, wie beispielsweise, Schalter, Taster, Licht, einen Lautsprecher, einen Motor, eine Kurbel oder einen Vernebler zur Raucherzeugung. Zudem gibt es ein Messgerät-Modul mit Display zur Anzeige von Spannung und Strom sowie ein smartes Sprachmodul, das auf englische Befehle reagiert. Die Module werden wie Klemmbausteine auf eine große Platte mit 22 x 30 Noppen gesteckt und zur elektrischen Punkt-zu-Punkt- bzw. T-Verbindung gibt es vorkonfektionierte Kabel mit zwei bzw. drei Steckern an den Enden.

Elektronisches Spielzeug: Innovationen für dein Sortiment 2027

Interaktive Roboter, smarte Lernspielzeuge, ferngesteuerte Fahrzeuge und digitale Gadgets begeistern Kinder und Technikfans gleichermaßen. Auf der Spielwarenmesse 2027 vom 2. bis 6. Februar in Nürnberg findest du in den Hallen 4A und 7A die neuesten Trends und Technologien rund um elektronisches Spielzeug. Entdecke innovative Produkte, die Spiel und Lernen verbinden, erlebe spannende Live-Demos und knüpfe Kontakte zu führenden Herstellern und kreativen Startups. Hol dir Impulse für ein zukunftsorientiertes Sortiment und plane deinen Messebesuch gezielt in den Elektronik-Hallen.

Zur Produktgruppe Elektronisches Spielzeug

Über den Autor

Peter Pernsteiner entdeckte mitten im Elektrotechnik Studium seine Liebe zum Technik-Journalismus und landete bald danach in der Redaktion einer großen ITK-Fachzeitschrift. Seit 1994 schreibt er als Freier Journalist insbesondere über Technik-Themen – unter anderem für Magazine im Bereich Modelleisenbahn. 2016 startete er zudem einen YouTube-Kanal für Technikreportagen, der inzwischen weltweit Beachtung findet.

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