Menu

And The Winner is...

Spiele-Highlights 2026 für ausgezeichnetes Spielvergnügen

Wenige Spiele sahnen Preise ab, aber großes Spielvergnügen bieten alle. Und die Preisverleihung Spiel des Jahres verursacht jährlich Nervenkitzel. Die Einteilung der Preise für Familien, Kinder und erfahrene Spieler hat sich bewährt, doch sind die Spiele nicht immer einfach zuzuordnen. Die Trennlinien sind bisweilen unscharf. Das gilt auch für diesen Titel im Fokus. 

In Rebirth von Frosted Games wird Schottland zu neuem Leben erweckt. Das Land liegt brach und der Wiederaufbau folgt der Errichtung historischer Burgen und traditioneller Kathedralen. Weil die Moderne berücksichtigt wird, werden auch ökologische wie ökonomische Parks geschaffen. Das geschieht durch ein einfaches Plättchen-Lege-System, bei dem die Konkurrenten um Größe beim Bau der Landschafts-Farmen und rechtzeitige Errichtung der historischen Stätten rangeln. Missionskarten bringen Zufall ins Geschehen, wenn individuelle Ziele auf der Karte arrangiert werden müssen. Hat man Schottland ein paar Mal erkundet, wird der Plan umgedreht und auf einer Irland-Karte gespielt. Hier geht es anspruchsvoller zu. Extra Bonus-Plättchen kommen ins Geschehen. Vor allem aber liegen die Missions-Karten offen, so dass ein Wettlauf um diese Pfründe entsteht. Das ist strategischer als die Neubesiedelung Schottlands. 

Autor: Reiner Knizia, Illustrationen: Anna Przybylska & Kate Redesiuk

Nominiert zum Kennerspiel des Jahres.

Spiele für die Familie, für alle und jeden

Cozy Stickerville von Unex?ected Games, Vertrieb Asmodee, interpretiert kooperatives Spielen neu. Eine Wiesenlandschaft mit Fluss und Fels muss bevölkert werden. Stets werden kleinere Entscheidungen über Spielkarten oder Ereignisse, nachzulesen in einem Storyheft, getroffen. Neue Aufkleber werden auf der Planfläche angebracht. So kann die Gruppe entscheiden, ob lieber ein Baum gepflanzt oder gefällt wird. Er erzeugt Äpfel als Nahrung oder Stamm und Äste als Bauholz. Und so geht es weiter. Für erreichte Zwischenziele gibt es Trophäen. Letztendlich wird so die Güte des Dorfaufbaus über zehn Runden festgeschrieben. Wie es der Name schon sagt, geht es gemütlich und gemächlich zu. Über 800 Aufkleber machen das Besondere an diesem Spiel aus. Es ist sehr innovativ. 
Autor: Corey Konieczka, Graphic Design: InkVoltage

Nominiert zum Spiel des Jahres.

Hot Streak von Strohmann ist ein verrücktes Rennen mit Wettoptionen. Maskottchen wichtiger Sportvereine gehen an den Start: Ein Hotdog, ein Tiefseefisch, ein Bär und Queen Mum mischen mit. Das Rennen hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Manchmal wechselt einer die Bahn, manchmal läuft jemand in die andere Richtung, ein Dritter stolpert und kriecht dem Ziel entgegen oder von ihm weg. Kartengetrieben wird das Rennen bestimmt. Jeder darf das Deck etwas manipulieren und auf Grund dieser Eingriffe auf potenzielle Sieger tippen. Auch sind kuriose Wetten möglich: Wird einer disqualifiziert? Mit viel Anfeuerung wird Atmosphäre geschaffen. Fehlt das, plätschert der Wettlauf. 
Autor: Jon Perry, Illustrationen: Cécile Gariépy

Auf der Empfehlungsliste Spiel des Jahres.

In Die Hängenden Gärten von Piatnik werden Fassaden in Pyramidenform errichtet. Allerorten erstrahlen farbenprächtige Blumen, gedeihen exotische Bäume, stellen sich domestizierte Wildtiere zur Schau. Verschönerungen optimieren das Bild. Jeder erwirbt Kärtchen aus einer gemeinsamen Auslage. Das ist nicht trivial, denn der Aufbau will wohlgeformt sein und mit etlichen Höhepunkten glänzen. Mancher stellt einen Löwen zur Schau, ein anderer krönt sein Gebäude mit einem balzenden Pfau. Farbenfrohe Blumenranken, exotische Bäume oder sprudelnde Quellen müssen wohl abgestimmt verbaut werden. Dabei ist Währung knapp und sollte gut überlegt investiert werden. Als Krönung gibt es royale Ziele. Wer bestimmte Vorgaben zuerst erfüllt, erheischt Zusatzpunkte. Ein Wettlauf um die Königsgunst steckt also auch noch im System. Alles in allem ein Familienspiel im besten Sinne.

Autoren: Grégory Grard & Matthieu Verdier, Illustrationen: Miguel Coimbra

Ninja-Ausbildung bei Meister Makatsu von Amigo. Die Absolventen müssen Timing und Strategie bei höchster Konzentration beherrschen. Selbst kleinste Fehler werden nicht verziehen, weder vom Gegner noch vom Lehrmeister selbst. Jeder hat einen Satz Ninja-Karten. Mit denen muss man drei Spielrunden bzw. Lehrjahre überleben. Pro Turnus wird lediglich in zwei Legerunden je eine Karte ausgespielt. Diese gibt es in drei Farben mit unterschiedlichen Werten. Wer nun den höchsten Wert einer Farbe ausliegen hat, bekommt Minuspunkte. Clou ist es, dass ein paar wenige Handkarten übrigbleiben und für den Showdown gebunkert werden. Das summiert sich und am Ende wird offenbar, wer das richtige Gefühl bewiesen hat, um gute Kartenwerte für den Finalkampf zu besitzen. Diese Spielidee ist ungewöhnlich und neu.

Autor: Reiner Kinizia, Illustrationen: Sonja Müller

Auf der Empfehlungsliste Spiel des Jahres.

Für Familien mit älteren Kindern oder auch für reine Erwachsenen-Gruppen ist das kommunikative Kreativspiel Dito! von der Game Factory geeignet. Es muss assoziiert werden und zwar in Übereinstimmung mit Mitspielern. Ein einfacher Impuls wird vorgelesen und alle notieren auf dem eigenen Schreibboard drei Begriffe, die dazu einfallen und möglichst auch von anderen notiert werden. Falsche oder richtige Antworten gibt es nicht, nur passende. Diese Art von Spiel ist nicht ganz neu. Hier überzeugt allerdings die Punktwertung, die etwas Taktik ins Spiel bringt. Die Felder zum Eintragen können zu Bonuspunkten gereichen, wenn klug notiert wird. Dazu kommen die 200 Kategorien. Hier gibt es eine bunte Mischung von Pop-Kultur bis Klassik. Das Spiel kann schon zu dritt Freude bereiten, je mehr mitspielen, um so turbulenter wird die Runde. 
Autor: Martin Ang, Illustrationen: UNTAI Studio

Nominiert zum Spiel des Jahres. 

Kinderspiele für die Kleinen und ganz Kleinen

Boss Fighters QR von Pegasus präsentiert mächtige Gegner. An ihnen muss die Heldengruppe vorbei. Allein glückt das nicht. Gemeinsam mit guter Absprache und unterstützenden Maßnahmen gelingt es schon. Dummerweise ist der Boss des Dungeon nicht unintelligent. Er hat überraschende Tricks auf Lager. Die müssen erkannt und gezielt bekämpft werden. In diesem Hybrid-Spiel tauchen auf Tablet oder Smartphone animierend in Szene gesetzte Unholde auf. Die App verwaltet Fortschritt und Punktstände. Mit Spielkarten und guter Absprache unter den Spielern wird dem Gegner begegnet. Die Karten werden über einen QR-Code gelesen. Das klappt prächtig. So werden die virtuellen Ungeheuer besiegt. Besonderer Reiz ist die Tücke bei jedem der zehn Gegner. Sie besitzen eine bestimmte, zunächst unbekannte Kampf-Fertigkeit. Diese muss von den Spielern erkannt und dementsprechend reagiert werden. Vielleicht liegt hier die bisher interessanteste Form eines Spiels vor, dass beide Welten, digital und analog, verknüpft. 

Autoren: Michael Palm & Lukas Zach, Illustrationen: Bartomiej Kordowski & KRASS Kollektiv

Nominiert zum Kennerspiel des Jahres.

 

Beim Artengarten von Feuerland errichten die Spieler ihre Zoos nach allen Regeln der Kunst. Die eigene Freifläche wird sukzessive mit Sechseckplättchen bestückt. Dabei gehören nicht nur Tiere in den Park, sondern auch Gebäude und Projekte. Hinzu kommen die vielfältigen Synergieeffekte, die alle themenlogisch sind. Wenn von bestimmten Tierarten Männchen und Weibchen zusammenfinden, gibt es Vorteile. Als Projekt können Experten für den eigenen Zoo arbeiten, so dass in Folgezügen Unterstützung entsteht, wenn Tiere aus dem Wissensgebiet des Experten genommen werden. Das sind nur zwei von etlichen Interdependancen. Dann gibt es einen äußerst raffinierten Zugmechanismus, bei dem eines von vier Aktionsplättchen gewählt wird, welches durch den Einsatz an Schlagkraft verliert, die anderen allerdings aufgewertet werden. Bei beiden Mechanismen ist neben taktischer Entscheidung gehörig viel Strategie gefordert. Das macht das Spiel zum Kennerspiel. 
Autor: Matthias Wigge, Illustrationen: Felix Wermke

Auf der Empfehlungsliste Kennerspiel des Jahres.

Der ewige Plot wird in Der Herr der Ringe – Das Schicksal der Gemeinschaft von Z-Man-Games, Vertrieb Asmodee, erneut verspielt. Der Eine Ring muss vernichtet werden, im Schicksalsberg, mitten in Mordor. Allein Frodo in Begleitung seines treuen Gefährten Sam obliegt diese Aufgabe. Im Auenland brechen die Hobbits auf. Sie begegnen Elben, Zwergen, Menschen, Zauberern. Die Reise ist gefährlich. Überall schwärmen Orkhorden aus. Die mächtigen Nazgul bedrohen aus der Luft und das feurige Auge Saurons ist allgegenwärtig. So weit, so bekannt aus Buch- und Filmvorlage. Jetzt liegt ein episches Brettspiel vor, das optisch wie spielmechanisch die Queste der Helden kongenial nachzeichnet. Durch einen komplexen Mechanismus, bei dem die Gefahrenlage ständig steigt, muss das Abenteuer kooperativ angegangen werden. Durch eine Fülle neuer Aufgaben und Vorgaben ist jedes Spiel anders, aber immer mit dem Gefühl ausgestattet, ein befriedigendes Abenteuer erleben zu können. 
Autor: Matt Leacock, Illustrationen: Cory Godbey, Jared Blando (Karte)

Beinahe in jedem Land mit analoger Spielekultur werden Preise verliehen. In Deutschland sogar mehrere. Hier eine Auswahl.

  • Spiel des Jahres wird am 12. Juli 2026 bekanntgegeben. Eine Jury verleiht in drei Kategorien die Auszeichnung. Die Short-Lists mit jeweils 3 Titeln und die Long-Lists mit bis zu sechs Titeln sind veröffentlicht. Zum Spiel des Jahres
  • Der Deutsche Spielepreis wird auf der SPIEL Essen Ende Oktober bekannt gegeben. Er ist ein Fachpublikums-Preis. Bis Ende Juli kann im Internet abgestimmt werden. Es wird eine Top 10-Liste mit Gold-, Silber- und Bronze-Platzierung sowie der Kinderspielpreis veröffentlicht. Zum Deutschen Spielepreis.
  • Spiel der Spiele ist der österreichische Preis. Am 27. Juni 2026 war die diesjährige Bekanntgabe. Es gibt ein Spiel der Spiele und 6 weitere Hit-Kategorien. Zum Spiel der Spiele
  • MinD-Spielepreis wird von den Mensa-Mitgliedern in Deutschland in 3 Klassen vergeben. Ab diesem Jahr wird bewusst ein Blick auf Experten-Spiele gelegt, da die Aufmerksamkeit auf diese anspruchsvolle Kategorie geschärft werden soll. Die Bekanntgabe erfolgt stets im Januar des Folgejahres. Zum MinD-Spielepreis
  • Golden Geek ist eine Auszeichnung der renommierten amerikanischen Website BGG, Board Game Geek. Wie bei der Oscar-Verleihung der Filmbranche wird stark differenziert. Es gibt in Summe 13 Kategorien. Zum Golden Geek.
  • As d’Or ist der französische Spielepreis, der immer im Februar zum Festival des Jeux in Cannes verkündet wird. In 4 Kategorien stehen die Siegerspiele fest. In der Rubrik Familien hat Toy Battle 2026 gewonnen. Zum As d‘Or 

Das könnte Sie auch interessieren